Plausch mit Frau Nettesheim über herbstliche Magie

Frau Nettesheim
Was ist denn das hier in der Schublade, Trithemius?

Trithemius

Sie kramen einfach in meinen Sachen, Frau Nettesheim? Das ist ein geplanter Text, terminiert für den 31. Oktober.

Frau Nettesheim
Oho, der Herr plant voraus?

Trithemius

Prinzipiell eher nicht. Den Text musste ich nur loswerden. Da war zuviel Durcheinander in meinem Kopf, und immerhin brauche ich daran nicht mehr zu denken. Obwohl, wissen Sie, was bei der Abfassung schön war?

Frau Nettesheim
Woher denn?

Trithemius

Ich musste an einen herbstlichen Abendbummel über den Aachener Königshügel denken. Über mir ein frostklarer Sternenhimmel, unter mir das Lichterfunkeln der Stadt. Und mein Rückweg führte am stockdunklen pataphysischen Institut vorbei.

Frau Nettesheim
Das beflügelte Ihre Phantasie.

Trithemius

Ja. Vor allem habe ich gedacht, dass mir derzeit noch die Magie des Herbstes fehlt, die Portion Verrücktheit in meinen Texten.

Frau Nettesheim
Solange Sie die Pataphysik Verrücktheit nennen, sind sie weit von der richtigen Geistesverfassung entfernt.

Trithemius

Sie haben Recht. Irgendwas erdet mich zu sehr.

Frau Nettesheim
Ihre gestern beschworene Bodenständigkeit vielleicht. Wenn Sie auch dauern über Bodenhaftung, Schwerkraft und Gravitationswellen schreiben, fällt ihnen das Leichte schwer.

Trithemius

Zu blöd auch, dass das pataphysische Institut so weit weg ist.

Frau Nettesheim
Quatsch. Sie können jederzeit hin.  In der Kunst sind Zeit und Raum reine Fiktion.

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