Dieser Mann hat möglicherweise falsch gewählt

An leitender Stelle in der Redaktion von Tagesschau.de sitzt eine verantwortungsbewusste Persönlichkeit, die dankenswerter Weise in regelmäßigen Abständen über russische Hacker, Trollfabriken und Propaganda-Accounts informieren lässt. Diesmal leitet diese Person, deren Gehalt gerne fünfmal aus den Rundfunkgebühren gezahlt werden darf, diesmal leitet sie eine Meldung weiter von einem „Marcus Schüler. ARD Los Angeles zzt. Silicon Valley.“ Schuler, nicht Schüler. [ALARM! Diese gewissenlosen russischen Hacker haben den Teestübchenaccount gehackt und machen verbotene Namenwitze.]

Wir lassen uns nicht beirren. Schülers Überschrift lautet: „Russische Propaganda-Accounts bei Twitter?“ Am Fragezeichen erkennt man den hohen Informationsgehalt und die Verlässlichkeit der nachfolgenden Meldung. Hier war das zugegeben unkonventionelle Adjektivattribut „betonfeste Verlässlichkeit“ geplant, zwingend erforderlich, ja, staatsbürgerliche Pflicht, aber russische Hacker haben dafür gesorgt, dass die Rechtschreibprüfung das Wort nicht akzeptierte, können aber nicht verhindern, dass hier folgender Satz von Tagesschau.de zitiert wird: „Nach Facebook hat auch Twitter eingeräumt, möglicherweise für russische Manipulationen des US-Präsidentschaftswahlkampfs benutzt worden zu sein.“ „Möglicherweise“ heißt doch so gut wie „Vielleicht“, und hier sei als Beweis eine Erkenntnis aus dem reichen Erfahrungsschatz eines Mannes aus Marcus Schulers Umfeld im Silicon Valley angeführt, der nebenher gesagt haben soll: „Wenn eine Frau „vielleicht“ sagt, meint sie „ja.“

Russischer Hacker (scheinheilig) fühlt die Temperatur und argloser Wähler lässt es zu

Also isso. Möglicherweise, eventuell und gegebenenfalls haben russische Hacker auch die Bundestagswahl manipuliert und zwar mit Hilfe der Kugelschreiber, die verdächtiger Weise in den Wahlkabinen angebunden waren. Der gutgläubige Wähler, die arglose Wählerin hat treu und brav die Kreuzchen bei der Linken gesetzt wie auch der Autor dieser Zeilen, und der scheiß gehackte Kugelschreiber hat alles verwackelt und neben die Kreuzchen ein Maumännchen gemalt, so dass die Stimmabgabe als ungültig gezählt wurde und am Ende Angela Merkels CDU, ihre FDP und ihre AfD gewählt waren. So werden demokratische Wahlen zur Farce! Danke, Herr Putin, Vielen Dank auch!

9 Kommentare zu “Dieser Mann hat möglicherweise falsch gewählt

  1. In meiner Wahlkabine gab es nur einen Bleistift, da wusste ich gleich, was los ist. Und dann war die Ehrenamtliche, die sich für diesen Sonntagsdienst geopfert hat, so komisch freundlich und lachte strahlend, als ich mich bei ihr bedankte. Das hat den ersten Eindruck nur bestätigt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen, ähm – ich meine: mit ordentlichen deutschen Verwaltungsabläufen, vor sich geht.
    Kam die Wahlentscheidung aus dem Bauch? Hat der russische Hacker sie da hineintranszendiert? Und er hat ja auch Herz. Sehr verwirrend – weit und breit keine betonfeste Verlässlichkeit. Schönes Jugendbildnis übrigens.
    Vielen Dank für diese eloquente Satire und beste Grüße!
    Elisabeth

    Gefällt 2 Personen

    • Möglicherweise war die freundliche Wahlhelferin ein Putin-Troll bzw- Putin-Trollinschen. Der Bleistift ist höchstverdächtig. Derweil die USA viele Millionen ausgegeben haben, um einen Kugelschreiber zu entwickeln, der auch in der Schwerelosigkeit funktioniert, haben die perfiden Russen einfach einen banalen Bleistift mit ins All genommen. Und jetzt: Aus der Raumkabine in die Wahlkabine. Deine „Wahlentscheidung aus dem Bauch“ passt ja viel besser in die Bildunterschrift als mein „Temperaturfühlen“, liebe Elisabeth.
      Auf dem „Jugendbildnis“ bin ich übrigens 42. Ich danke herzlich für deinen hübschen Kommentar und lieben Gruß,
      Jules

      Gefällt 1 Person

  2. Möglicherweise hätten wir vom oesiblog – als homologierter Ausrüster von bundesdeutschen Wahlurnen-Kugelschreiber – die teuren Geschenke vom FSB niemals annehmen sollen.
    Herrn Bortnikow gefragt, ob er in unserem Verhalten eine Ungereimtheit sähe, sagte dieser nur: „Vielleicht“
    „Wenn Herrn Bortnikow, der ja keine Frau ist, „vielleicht“ sagt, meint er „nein.“ 😉

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