Klang der Heimat – Worte eines Binnenmigranten

Warum ich selbst in Aachen nie richtig heimisch wurde, obwohl ich die meiste Zeit meines Leben dort verbracht habe, nämlich 25 Jahre, ist leicht zu erklären. Ich mochte den Aachener Dialekt nicht. Meine Mundart ist das Landkölsche und das reicht von Köln aus nach Westen bis etwa Eschweiler. Einer meiner Lehrerkollegen kam aus Eschweiler-Nothberg. Mit ihm konnte ich einvernehmlich Platt sprechen. Wir taten es manchmal aus Spaß. Dann ertönte der Klang meiner Heimat. Öcher Platt unterscheidet sich von Kölsch im Vokabular und vor allem in der Aussprache, hat einen seltsamen Singsang, der mir immer fremd in den Ohren klang. Natürlich ist auch in Aachen der Dialekt unter Druck und wird zunehmend vom Hochdeutschen verdrängt. Die Kinder lernen den Dialekt nicht mehr auf der Straße, sondern freiwillig in der Öcher-Platt-AG der Grundschule. Wer aber mal in Aachen mit einem Bus der Aachener Stadtwerke AG (ASEAG) fährt, hört den Singsang bei den automatisierten Lautsprecher-Ansagen. Wie es scheint, hat man keinen professionellen Sprecher engagiert, sondern alles von einem pensionierten Busfahrer einsprechen lassen.
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