Drei Mann in einem Boot und auch noch ein Schwamm

Am Leinewehr rauscht und tost es. Man hört es schon von weitem. Da wälzen sich die Wassermassen der Leine hinab, und stürzen schäumend fast vier Meter hinunter und in die breit ausgebaute Ihme. Um Hannovers Altstadt vor Hochwasser zu schützen, wird das Wasser der Leine auf Höhe des Maschsees über den Schnellen Graben in die Ihme geleitet, die vorher nichts als ein friedlich dahin murmelndes Bächlein ist. Als würde ein Säugling sich schlagartig verwandeln in einen Koloss von einem Mann, weitet sich das Bächlein unvermittelt zu einer schiffbaren Bundeswasserstraße.

An diesem Sonntag ist die Sperre am Wehr völlig offen, denn die Leine muss viel Wasser loswerden, kein Wunder bei den heftigen Regenfällen dieses feuchten Sommers. Auf einer Wiese gegenüber dem Wehr haben sich etwa 50 junge Leute versammelt und lassen sich von Mitarbeitern eines Kanuverleihs einweisen für eine Kanutour über Leine und Ihme, legen orangefarbene Schwimmwesten an und tragen oder schieben dunkelgrüne Kanus zur Ablegestelle. Claus, Philipp und ihre Frauen haben mir diese Tour zum Geburtstag geschenkt. Wir hatten seit Anfang Juli auf einen passenden Termin warten müssen, denn die Ihme und selbst die um 90 Prozent ihrer Fluten gezähmte Leine sind mehrfach über die Ufer getreten, und oft hat es zu sehr geregnet.

Die erste Herausforderung ist, sicher ins schaukelnde Kanu einzusteigen. Ich lasse mir helfen. „Jules, alles geht, aber nichts muss!“, bekräftigt Philipp, will sagen, ich kann mich auch einfach paddeln lassen und bequem zurücklehnen. Von wegen. Man hockt wie ein Äpche op em Päcksche Tabak, wie der Rheinländer sagt, was bei latenten Rückenschmerzen kein Vergnügen ist (vom Affen später mehr.) Nicht hundert Meter werde ich so sitzen können. Doch nach einer Weile gewöhne ich mich an die Hocke im Schneidersitz und genieße die Fahrt.

Claus – seine Frisur und seine Schwimmweste – Foto: JvdL



Vor mir taucht Claus sein Paddel kräftig ein. Er hat die Tour schon einmal gemacht und sagt: „Ich habe mich damals gewundert, wie viele Menschen unter den Brücken leben.“ Unter der ersten Brücke, es ist die am Stadion, wo heute Hannover 96 gegen Schalke 04 spielen wird, steht weit oberhalb des Wassers eine Couchgarnitur. Wir gleiten durch eines Menschen Wohnzimmer. Er ist nicht zu Hause. Vermutlich weiß er, dass Sonntagmittag die ungeladenen Gäste vorbeikommen und mag sich nicht begaffen lassen. Es kann ja auch nicht schaden, ein bisschen Sonne zu tanken, denn unter den Brücken ist es düster, feucht und kühl, kein guter Ort für Menschen.

Kürzlich hörte ich einen jungen Mann reden, er habe sein „Fußballzimmer neu strukturiert“ und ihm fehle noch ein Foto vom alten Niedersachsenstadion. Bei 11freunde.de habe er eines entdeckt, aber das koste 150 Euro. Welch ein krasser Gegensatz zwischen dem Fußballfan oben und dem Mann hier unten. Ihm wurde das Wohnzimmer vom Hochwasser „neu strukturiert.“ „Jeder Mensch hat, was er gar nicht haben will, und das, was er gern hätte, haben andere“, schreibt schon Jerome K. Jerome in seinem lustigen Roman „Drei Männer im Boot … ganz zu schweigen vom Hund.“

Beispielsweise haben andere den Hund. Wir sehen sie später, ein Paar das wohl beim Paddeln nicht harmoniert und deshalb recht unfroh dreinschaut. Wir hingegen sind froh, eine trostlose Unterwelt zu verlassen und gleiten wieder in die Sonne. Unter den anderen Brücken ist es nicht so düster, besonders wenn ich die Sonnenbrille absetze. Da die Ufer dicht belaubt sind, müssen wir an den Brücken ablesen, wo wir uns befinden. Schon oft bin ich dem Flusslauf mit dem Fahrrad gefolgt, habe ihn über Brücken gequert und gequert und erlebe ihn jetzt aus neuer Perspektive. So sähe also Hannover aus, wäre man ein Biber, eine Bisamratte oder sonst ein glitschiges Wassertier.

Nur das steinerne Gebirge des Polizeipräsidiums ragt über Buschwerk und Baumwipfel hinaus. Ich habe darin mal fotografiert. Es gibt da eine Abteilung „Präventionspupsen.“ Wie man sieht, ist sie in Auflösung begriffen. Das war mir mal die plausible Erklärung, warum es immer mehr Poetry-Slammer gibt. Da nähern wir uns schon der Absperrung vor dem Leinewehr am Landtag. Hier müssen wir aus dem Wasser. Etwa ein Dutzend Kanus staut sich am Anleger. Ringsum recken sich helfende Hände. Kanus werden längsseits gezogen und gehalten, die auf den Stufen des Anlegers fangen Leinen auf, starke Männer ziehen Boote aus dem Wasser und helfen, sie auf die im Kanu mitgeführten Transportgestelle zu hieven, eine junge kräftige Frau reicht mir zum Aussteigen den Arm. Diese selbstverständliche Solidarität und Hilfsbereitschaft ist die unter Gleichen, nicht geeignet, denen zu helfen, die unter den Brücken leben. Wie auch, die haben ja nicht mal Boote.

Wir sitzen eine Weile gegenüber Landtag und Leineschloss, essen Kuchen, den Claus gebacken hat, und plaudern. Schräg hinter uns lag mal die Leineinsel. Man hat den sie umschlingenden Leinearm zugeschüttet und eine mehrspurige Straße darauf angelegt. In den Häusern auf der Insel soll der Massenmörder Haarmann gelebt haben. Es ist Gras über seine Untaten gewachsen. Auf dem Gras steht jetzt Heinz Rudolfs Kunzes Bank. Die habe ich mal bedichtet. (Bitte klicken!)

Wo wir das Kanu wieder zu Wasser lassen, winken auf der anderen Seite am Hohen Ufer fröhliche Kinder, und helle Stimmchen rufen unentwegt von oben über den Fluss hinweg: „Gute Reise!“ Claus versteht was mit „Scheiße.“ Es folgt jetzt das schönste Teilstück. Die Strömung der Leine ist hier stark. Wir sehen einen seltsamen Strudel, als käme unter Wasser ein Seehund auf uns zu. Es ist nur ein fetter Kantstein, der beinah aus dem Wasser ragt. In der Biegung liegt oberhalb das Arbeitsamt. Claus erzählt von einem Filmemacher, der ganz in Schlingensief-Manier einen Musikfilm mit Arbeitslosen drehen wollte und vor dem Amt Arbeitslose angesprochen, aber keine Mitwirkenden gefunden habe. Arbeitslose haben wohl nicht wirklich was zu singen.

Bald und viel zu schnell haben wir das „Strandleben“ erreicht, eine mit Sand aufgeschüttete Halbinsel am Zusammenfluss von Leine und Ihme. Hier haben Freunde von uns einige Jahre hinter der Theke der Strandbar gestanden, und übten sich dabei in „Theken-Capoeira“ (O-Ton Herr Putzig), wetteiferten in ökonomischen, aber tänzerisch flüssigen Bewegungsabläufen, beispielsweise im Vorbeugen eine dem Kühlschrank entnommene Flasche zu entkorken und gleichzeitig rücklings mit dem Fuß in den Kühlschrank zu treten die Kühlschranktür zu schließen.

Die meisten Kanus machen hier fest, aber wir streben gleich hinaus auf den Fluss. Dabei ändern sich die Bedingungen. Es geht jetzt die Ihme stromaufwärts. Obwohl hier mehr Platz ist, die Ufer weiter zurücktreten, geraten wir immer wieder bedrohlich in ihre Nähe und müssen wegen überhängender Sträucher die Köpfe einziehen. Philipp entschuldigt sich von hinten mehrfach wegen seiner Steuermanöver. Gegenüber der Klippe des berüchtigten Ihmezentrums hat die Stadt vor einigen Jahren weiträumig Überflutungsgebiete angelegt. Wo jetzt die Radfahrer entlang radeln, sie sind kaum schneller als wir, hehe, da hat vor kurzem meterhoch eine gelbtrübe Brühe gestanden. Man sieht noch überall Schlammspuren und kann den Wasserstand an der lehmigen Verschmutzung der Wiesen, Büsche und Bäume ablesen. Das zeigt, dass jedes Hochwasser von überall den Boden und auch die Ackerkrume mitreißt und wohl hauptsächlich ins Meer spült, eine Form der Erosion, die ein Land veröden kann.

Wer das Ihmezentrum sieht, denkt: Es geht nicht schlimmer. Aber wie hässlich ist die monströse Architektur erst vom Wasser aus! Oben aus den Wohnungen soll man dagegen einen schönen Blick über den Fluss haben. Es ist wie immer allemal besser oben als unten zu sein. Einige Kanus vor uns kreuzen wie wir ungewollt über den Fluss. Claus tröstet: „Jetzt sind wir bald da“, derweil das Boot mal wieder mit der Nase das Ufer rammen will. Ich sage: „Das ist noch ein Ende hin“ und bin, meint Claus, genau wie der Typ in Katastrophenfilmen, der ruft: „O Gott, wir werden alle sterben!“ Zumindest er nicht mit dem Boot, denn später, als wir auf der Straße ein Erinnerungsfoto vor den Kanus machen, die bereits auf den Hänger geladen sind, warnt ihn Philipp vor einem anrollenden Bus. Da sagt Claus: „So sterben bei uns im Dorf alle.“ Aber wir sind noch auf dem Wasser. Zuerst erzählt Philipp einen Blondinenwitz:

Ein neues Raumfahrtprogramm soll getestet werden. Man schickt einen Affen und eine Blondine ins All und gibt ihnen zwei Briefumschläge mit, dem Affen einen ganz dicken, der Blondine einen dünnen. Im All öffnen beide ihre Umschläge. Der des Affen enthält zahlreiche Pläne und Instruktionen. Die Blondine findet in ihrem nur einen Zettel, darauf ein einziger Satz: “Bleib weg von den Knöpfen und füttere den Affen!“

Upps, inzwischen haben die beiden mich unmerklich zum Ziel unserer Tour gepaddelt. Ungefähr fünfmal habe ich mein Paddel auch eingetaucht. Deshalb waren wir am Schluss so schnell. Als wir draußen sind, muss der Schwamm, den wir spazierengefahren haben, sich endlich nützlich machen. Ich säubere damit unser Kanu, eine ziemlich erschöpfende Tätigkeit.

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29 Kommentare zu “Drei Mann in einem Boot und auch noch ein Schwamm

  1. Das Hochwasser war beeindruckend. Alles was bei Dir vorbeikam, landete (falsches Wort) später bei mir. Meinen Kiesteich hab‘ ich wegen Überdüngung für mich und dieses Jahr geschlossen und in der Masch liegen noch immer die Reste toter Fische. Schön waren nur die 60-80. Jungstörche.

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  2. Oh, „Three men in a boat“ – das könnte ich auch mal wieder lesen. Das war wirklich sehr nett. Aber da liegt doch noch so einiges andere – vielleicht später mal.
    Als ich die Leine das letzte Mal gesehen habe, machte sie einen recht zierlichen Eindruck auf mich. Aber es gab wohl ungewöhnlich viel Regen in deiner Region. Ich drücke die Daumen für einen langen und entspannten Spätsommer.
    Vergnügungen der von dir beschriebenen Art kann man auch auf der Lahn nachgehen. Dort ist an schönen Wochenenden allerdings ein Betrieb wie in einer Einkaufsstraße im Sommerschlussverkauf. Glücklicherweise verteilen sich die großen Pulks von Freizeitsportlern recht schnell, schon aufgrund der begrenzten Kapazitäten der zahlreichen Schleusen. Dann wird es beschaulich und man kann die anmutige Landschaft doch in Ruhe aus einer neuen Perspektive betrachten. Mir gefällt das. Wirst du dein Abenteuer wiederholen ?
    Schöne Grüße
    Elisabeth

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    • Dankeschön fürs Daumendrücken. Regen hatten wir wirklich genug. Wassersport wird auf Leine und Ihme natürlich auch bertrieben, aber moderat. Der Schiffsverkehr ist gering. Es verkehrt nur ein Ausflugsschiff. Die Schifffahrt auf der Lahn könnte turbulenter sein.
      Ich glaube nicht, dass ich die Tour noch einmal machen werde. Sie hat mich sehr angestrengt, obwohl ich nicht viel machen musste. Aber nach dem Schlaganfall vor vier Jahren mangelt es mir an Bewegungsgeschick. Meine jungen Freunde haben mich mit dem Geschenk ziemlich herausgefordert. Aber gut so. Man neigt dazu, sich zu sehr zu schonen.
      Schöne Grüße,
      Jules

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  3. Eigentlich wollt‘ ich ja sagen, dass Paddeln auch ganz schön ist, wobei meinem Wunsch nach der Erfindung von Hochbooten, von denen aus man über die Böschung sehen kann, immer noch nicht nachgegeben wurde. Da ist doch das Ihme-Zentrum ganz schön, das kann man sehen.
    Drama hatten Andere. Die Alten erwähnen unisono 1946. Aber auch das war ein Spätwinter-Hochwasser. Im Sommer (?) isses halt schräg.

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  4. Eine reizvolle Geschichte, gern gelesen. J.K.Jeromes Erzählung „Three men in a boat“ gehörte zu meiner Schulzeit zum Pflichtstoff im Englischunterricht.
    Ihre Verse über Heinz-Rudolf Kunze seine Sitzbank haben mich köstlich erheitert, danke ; )

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    • Dankeschön, freut mich, lieber Kollege! Ein prima Pflichtstoff, dieses saukomische Buch. „Drei Männer in einem Boot“ ist ja leider blöd verfilmt worden, selbst Heinz Erhardt konnt’s nicht rausreißen aus der Endfünfziger Spießigkeit. Wikipedia schreibt: „Das Drehbuch wurde von dem gleichnamigen Roman von Jerome K. Jerome inspiriert.“ Viel Inspiration war da wohl nicht.
      Freut mich auch, dass meine Verse Sie erheitert haben.

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  5. Dein vor Wildwasserlust sprühender Regionalbericht beschäftigte mein Zwerchfell noch viel später. Ich brauchte bloß Ah, die Leine oder wahlweise Ihme…denken, schon erschien der Kanuchronist vor meinem geistigen Auge und gondelte (einen schönen Wortwurm hast Du mir mit diesem ‚gondeln‘ eingepflanzt) an Wohnzimmern wie Bausünden vorbei auf den früher beschaulichen Flüsschen. Noch so Winter wie dieser Sommer und man kann Frachtschiffe und Elbkähne auf der Leine und der Ihme dümpeln lassen. Als ich dann noch Deinen verdichteten Kunze fand, brauchte ich ein Taschentuch für die Augen, wobei dem gezwerchten und eingepferchten Fellchen nur noch ein uffff entpfoff bevor es ermattet in sich zusammenfiel und um Gnade bat. Doch ich las eisern bis zu Ende… was mir bei manchen Kunzesongs nicht passieren könnte, wobei ich im Augenblick eher lospruste, wenn James Blunt ‚Ei riarly niet you‘ quäkt und sich anhört wie Kermit in der Quetschkommode.
    Wieder sehr gern bei Dir gelesen. Hannover wird bunter mit Deinen Berichten darüber. Tropsdem…😉🌈
    Liebe Grüße von der Bielefee🦋

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    • „Das zeigt es mal wieder“ (Prinz Charles), liebe Fee, wie ein Text nur die Matrix füt eigene Realisierungen ist. 50 Prozent gibt der Autor und 50 Prozent der Leser, in diesem Fall die Leserin. „Gondeln“ kommt in meinem Text nicht vor, ich habe extra die Wortsuche genutzt, dann mal geprüft, wo ich es einfügen könnte, es dann gelassen, weil es deine schier überbordende Phatasie ist (im Kanu ist überborden auch nicht ungefährlich 😉 ) Freut mich, dich erheitert zu haben und dankeschön für deinen Kommentar mit „tropsdem“
      Lieben Gruß von Jules!

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      • Lieber Jules, am „gondeln“ erkennst Du die Merkfähigkeit Deiner Leser*innen und die Nachhaltigkeit Deiner Texte. Ich hatte noch nie vorher so viel Spaß mit Fruchtfliegen. Ich betrachte sie seit ich von Dir weiß, dass es sich hierbei um extraterrestrische Erdbesucher handelt, mit ganz anderen Augen.

        Das „gondeln“ schleicht sich seither in meine Texte, weil ich das Wort fast noch lieber mag als extraterrestrische Intelligenzen. Es löst in mir venezianische Gefühle aus und die kann ich brauchen in diesem Sommer, der mich über Häuser auf Pfählen nachdenken lässt. Du siehst, alles fließt ineinander und warum meine vrruckte Phantasie solche Sachen anstellt, kann ich Dir auch nicht sagen, sie macht das einfach. Es ist allerdings überhaupt nicht einfach mich zu erheitern und das obwohl ich meistens heiter bin. Wenn zu heiter noch ein heiter kommt, ergibt sich eine Art Bildrauschen, was viel besser ist als Regenrauschen und an Prinz Charles mag ich besonders seinen Mut zu abstehenden Ohren. Dass er so wichtige Sätze wie „Das zeigt es mal wieder“ auch noch sagt, wusste ich noch gar nicht. Aber jetzt. Dank Dir. Danke. Hast Du Deinen Schirm endlich zurück? Am Wochenende soll es nämlich regnen….
        Und ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich meine Kommentare so schreibe…weil sie oft lang sind…das muss ich noch mehr üben, das kurz und knackig à Point…:-)

        Liebe Grüße und heute in schönster Sonne und gleich auf dem Rad…, von der Fee

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        • Liebe Fee,
          ja, klar,du hast Recht, in „Kein intergalaktischer Weltfriede für Friseure kommt „gondeln“ vor.
          Einmal traf Prinz Charles einen Obdachlosen, mit dem er einst zur Schule gegangen war. Da sagte er diesen Satz von gar himmlischer Einsicht: „Das zeigt es mal wieder, nicht war?“ Der hätte kontern können mit Brecht:

          „Reicher Mann und armer Mann
          standen da und sahn sich an.
          Und der Arme sagte bleich:
          »Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«.“

          Viel Vergnügen beim Radfahren,
          Jules

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  6. Das mit den Hochbooten ist natürlich Quatsch und nur der erste Reflexwunsch von vor ein paar Jahren. Geht ja nur um den Fokus, auch Bisamratten und Lilien sind schön anzusehen.
    Die meisten Sofas und Bettenlager befanden sich letztens gegenüber des Strandlebens, unterhalb dieser schicken 60er-Jahre-Kirche mit dem Blütenstempel.
    Deine Tour hab‘ ich nie gemacht. Habt Ihr Ruderer versenkt?

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  7. Uhund, nochmal zum Ihme-Zentrum. Natürlich ist das ein Monster, und sämtliche Stadtplaner und Architekten in dessen Geiste gehören verhaftet. Jedoch ist es sentimentaler Teil meiner Heimat. Als es noch lebte, kaufte ich bei HUMA ein und 2/3 meines Vinyls stammen von SATURN. Von der Blumenauer Straße und gegenüber der warmen Brüder ein hässliches Relikt, find‘ ich es von der Glocksee aus okay. Neulich erst schicke Fotos gemacht. Und mein zweitliebster Fotograf (Photograph) gab ihm in seiner Postkartenserie den Namen „Monaco“. D’accord.

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    • Verstehe. Ich erinnere mich auch noch an Geschäfte im Ihmezentrum. Aber seit alle weg sind, ist es ziemlich heruntergekommen. Die Glocksee liegt höher, weiter zurück und wird vom Schatten des Ihmezentrums nicht mehr erreicht, weshalb der Anblick besser ist.
      Die Postkartenserie mit Ansichten von Hannover, betitelt mit fremden Städtenamen, habe ich schon mal gesehen.

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  8. Obwohl ich gelernt habe, dass Flüsse und Kanäle sehr reizvoll sein können, wenn man sie befährt, habe ich doch gern etwas mehr Abstand zum Wasser, als nur ein Päckchen Tabak. Aber mitgenommen zu werden, ohne selbst nass zu werden oder rudern zu sollen, das lasse ich mir gefallen. So habe ich Hannover noch nicht gesehen, vielen Dank für die unterhaltsame Reise durch die verschiedenen Nasszonen.

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  9. Seit ich mein Pedelec habe, habe ich die Kiesstrände der Isar zu schätzen gelernt. Im Mai war sie ein lecker Rinnsaal mit vielen großen Kiesbänken zum Sonnen. Ich fuhr die Isar gen Süden hoch und lernte kennen, dass sie einen Kanal parallel zu sich hat und viele Wehre,um den Rangen zu bändigen. Aber auch die Isar-Renaturierung habe ich gesehen. Und inzwischen weiss ich die Isar zu schätzen. Die Isar ist ein absolut wilder Range. Wehe, wenn das Wetter ihr die Unterstützung gibt. Zwar wird die Isar durch den Silvenstein-Stausee für München reguliert, aber wenn es denn mal schüttet, dann hilft keine Regulierung, dann führt die Isar natürliche Hochwasser. Und dann wird die Isar nicht mehr der gemütliche Fluss, in dem sich locker entspannt baden lässt. Die Isar ist eine brutal Wilde. Dann fängt mein aufrichtiger Respekt an. Einmal gegenüber der Naturgewalt (ja, nee, is klar, nich), eine Gewalt, die Menschen tötet, aber andererseits auch gegenüber der erfolgreichen Regulierung durch Verstehen der natürlichen Regulierungsmöglichkeiten (es gab im Jahr zuvor einen kleinen Wildbach, welcher in Bayern eine größeres Mittelzentrum brutal natürlich weggespült hatte; dieses wird München einstweilen nicht passieren; s.a. damaliges Weihnachtsrheinhochwasser in Köln)
    Und wenn die wilde Isar so tost, dann denke ich an Kuckupeter und dass er mit seinen kindlichen Kreuzfahrern die Isar überschreiten musste und der Bischoff von Freising eien Tribut haben wollte. Und dann fällt mir ein, was in München damals grbraut wurde und womit Kuckupeter wohl für seine Kinder die Überquerung der Isar bezahlt haben könnte, … aberr das ist eine geschihte, die ich in einen meiner Bücher als Verschwörungstheorie der weltgeschichte gepflanzt hatte … :=)

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