Leider haben meine Texte keine Speichen

Immer ändert sich alles, und selten macht man sich die Mühe, den augenblicklichen Zustand zu dokumentieren. Beispielsweise verändern sich Funktionsweise und Aussehen der wordpress-Software. Mal sieht der Feadreader anders aus, mal der Editor. Ich habe das nicht gern. Als würde ich Radfahren und mir wird das Fahrrad unterm Hintern umgebaut. Man kann das bei der Tour de France sehen. Ein Rennfahrer winkt seinem Begleitfahrzeug, das kommt längsseits, der Radfahrer hält sich am Auto fest, und ein Mechaniker beugt sich aus dem Seitenfenster übers Rennrad und schlüsselt daran herum.

„Der Vergleich hinkt!“, werden die Schlauberger sagen. „Bei voller Fahrt kann so ein Mechaniker kaum etwas tun, höchstens ein Stück Plastiktüte entfernen, dass sich in den Ritzeln verfangen hat, oder eine schleifende Bremse justieren, muss bei allem aber aufpassen, dass er die Finger nicht in die Speichen bekommt.“ Genau! Meine Texte haben keine gefährlichen Speichen, die werden nämlich von meinem inneren Redakteur gnadenlos heraus redigiert, und die Mechaniker, die am WordPress herumschrauben, sitzen bequem an einem Schreibtisch und verändern die Software, während ich schlafe. Und morgens reibe ich mir die Augen, mache „Huch!“ und weiß kaum noch, wie mein Fahrrad voher ausgesehen hat. Die Woche darauf habe ich gelernt, Einrad zu fahren und denke, es wäre schon immer so gewesen.

Es ist nicht nur mühsam, den alten Editor zu benutzen, man wird auch noch ständig ermahnt.