Lernt mir Englisch

Manchmal bin ich froh, eher gemächlich zu reagieren wie Montag mittag an der Supermarktkasse. Ein großer schwarzer Mann vor mir rechnete auf Englisch mit der Kassiererin ab. Sie nannte ihm sichtlich stolz den Kassenbetrag und Wechselgeld auf Englisch und lachte und freute sich noch, als der Kunde gegangen war, und sagte: „Der hat gesagt, er kommt jetzt jeden Tag wieder und lernt mir Englisch. Aber ich bin ja nicht jeden Tag hier.“ Spontan wollte ich sagen, „Deutsch zu lernen, wäre auch nicht falsch“, meinte aber ihn, der besser die Landessprache lernen sollte, als andere Englisch zu lehren. Dann jedoch war ich froh, es mir verkniffen zu haben, denn „Deutsch zu lernen, wäre auch nicht falsch“, passte auch auf ihre Bemerkung: „Lernt mir Englisch.“ Stattdessen bezog ich mich auf ihren letzten Satz, sie sei nicht jeden Tag da, und sagte: „Aber Samstagabend waren Sie hier und jetzt schon wieder. Das war wohl ein kurzes Wochenende.“ Da freute sie sich, dass ich das bemerkt hatte, und sagte: „Das haben wir immer so. Was tut man nicht alles …“

In der Tür besann sich der Mann, kehrte um an die Kasse und sagte in perfektem Deutsch: „Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!“
Da pries ich meine langsame Reaktion, die verhindert hatte, mich zweimal ins Unrecht zu setzten.

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