Ursache, Wirkung und falscher Schein

Beim realen Gegenstand sind die speziellen Eigenschaften Bestandteile des Objektes, also untrennbar mit ihm verbunden. Das Objekt definiert sich durch seine Eigenschaften. Trete ich gegen einen Ball, sind es die Bündel der Eigenschaften meines Fußes, meines Schuhes, des Untergrundes, der physikalischen Bedingungen wie Schwerkraft, der aufgewandten Kraft, Elastizität des Balls, der Weise, wo und wie mein Fuß ihn trifft, der umgebenden Luft und andere mehr, die den Effekt des Fliegens bestimmen.

Anders beim virtuellen Objekt auf dem Computerbildschirm. Wenn ich für den Computer einen Ball definiere und einen Fuß, der ihn treten kann, so sind durchaus nicht die Eigenschaften eines realen Balls oder Fußes erforderlich, um den Ball zum Fliegen zu bringen. Ich kann beispielsweise festlegen, dass der Ball fortfliegt, wenn der Fuß eine bestimmte Bildschirmposition erreicht hat. Diese Position kann völlig willkürlich gewählt werden. Ich kann gar den Fuß in die falsche Richtung bewegen und den Ball fortfliegen lassen. Möglich wäre auch, die Ballbewegung davon abhängig zu machen, dass die Farbe des Fußes sich mit der des Balls überdeckt. Ich könnte auch den Zufall ins Spiel bringen oder zwei Bedingungen miteinander verknüpfen. Auch könnte die Ballbewegung allein von der verstrichenen Zeit abhängig sein oder ein internes Kollisionsregister abfragen. All diese Möglichkeiten wären akzeptabel, solange sie in den Augen des Betrachters mit der Fußbewegung im Einklang stünden. Es reicht in allen Fällen eine Bedingung; wenn die Position der beiden Objekte zueinander abgefragt würde, wäre eine zusätzliche Abfrage des Kollisionsregisters oder einer Farbüberdeckung überflüssig. In diesem Sinne benötigt der Computer keine Redundanz.

In der physikalisch realen Welt genügt nicht das Eintreffen einer beliebigen Bedingung. Eine optische Überdeckung von Fuß und Ball wäre keine ausreichende Bedingung, den Ball zum Fliegen zu bringen. Es müssen ganz spezielle Bedingungen eintreten, damit ein Ereignis stattfinden kann. Fraglich ist nur, ob die Bedingung, die wir für ausschlaggebend halten, jeweils wirklich das Ereignis herbeigeführt hat. Vielleicht existiert eine Art kosmisches Kollisions- und Steuerungsregister, und alle unsere Erkenntnisse laufen auf den falschen Schein hinaus, wie er uns vom Computermodell bekannt ist.

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