Der Hinterweltler und seine Märchen – über Fake News und die öffentlich-rechtlichen Büttel von Facebook

„Dem Hinterweltler schrumpft die Welt ein. Er findet in allem und jedem Ding nur noch die Bestätigung seiner eigenen Meinung.“ (Carl Christian Bry, Verkappte Religionen – Kritik des kollektiven Wahns, 1924)

Kategorie MedienDie Haltung des Hinterweltlers, die der Schriftsteller Carl Christian Bry hier schon im Jahr 1924 benennt, ist demnach keine neue Erscheinung. Neu ist nur der modische Begriff, der die Haltung bezeichnet, „postfaktisch“, inzwischen von der dubiosen Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum „Wort des Jahres 2016“ gekürt. Seine englische Entsprechung „post-truth“ war zuvor vom Verlag der „Oxford Dictionaries“ sogar zum „Internationalen Wort des Jahres 2016“ erhoben worden. Das Pressegetöse, das darob erschallte, mit dem sich die Journalistenzunft über die Weltsicht der Hinterweltler mokierte und erhob, zeigt vor allem eins, dass unter den Lohnschreibern die wahnhafte Vorstellung herrscht, man habe das eigene Weltbild auf der Grundlage überprüfbarer und überprüfter Fakten gebildet, eine philosophisch völlig unhaltbare naive Idee und Ausdruck einer beängstigenden Hybris.

Was in Zeitung und Zeitschrift gedruckt erscheint, ist bei Gesamtbetrachtung des Printmediums – von seriöser Tagespresse über Boulevard bis hin zur Regenbogenpresse ein Konglomerat von Aufklärung, Information, Fakten, Meinung, Halbwahrheiten, Lüge, Falschmeldung, Content Marketing und gezielter Desinformation. Journalisten als verantwortliche Verbreiter dieses Konglomerats stilisieren sich gern zu weißen Ritter, die gleich Gralshütern ihre Schilde schützend über das zarte Pflänzchen Wahrheit halten, damit es wachsen und gedeihen kann. Um dieses Selbstbild zu erhalten, blenden sie aus, dass
1. jede journalistische Aufbereitung eines Themas den Keim der Unwahrheit in sich trägt und
2. ihre persönliche Sicht der Welt im Zweifel hinter der Blattlinie zurückstehen muss, es sei denn, man wollte dem kurzen Moment des Triumphs, endlich mal die eigene Meinung geschrieben zu haben, die berufliche Karriere opfern.

Selbstgebastelte Weltbilder - Foto: Trithemius Archiv

Jedem sein eigner Globus – Selbstgebastelte Weltbilder –  Foto: Trithemius Archiv

In einer Demokratie darf jeder glauben und meinen, was er will, darf also nach Herzenslust Hinterweltler sein. Was er in der Halböffentlichkeit des Stammtischs verbreitet, ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Gefährlich ist nicht die Stammtischmeinung. Gefährlich wird sie nur, wenn sie sich via Facebook zum Stammtisch aller Stammtische verknüpft. An diesem globalen Stammtisch sitzen nicht nur harmlose Hinterweltler, sondern auch boshafte Fälscher, die zur Untermauerung der eigenen kruden Weltsicht passende Fake News erfinden und verbreiten. Fake News beziehen ihren Nimbus der Glaubwürdigkeit aus dem überindividuellen Charakter der technischen Schrift. Was einst als mündlich verbreitetes Gerücht oder als erzählte „urban legend“ die Runde machte, gewinnt neue Durchschlagkraft, weil es aufgeschrieben ist und zwar nicht mit der ungelenken Hand eines Halbgebildeten, sondern in überindividuellen Drucklettern.

Fake News zehren also von der „Macht des gedruckten Wortes“, jener Macht, die vor dem Aufkommen des Internets ausschließlich den Printmedien zueigen war und die jene Journalisten gerne wieder für sich reklamieren möchten, die geistig hinter der Linotype-Setzmaschine zurückgeblieben sind. Aber auch und besonders die Journalisten in öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sorgen sich um den Einfluss von Fake News wie jüngst WDR-Chefredakteurin Sonia Seymour Mikich. Sie sieht in Fake News „die größte Herausforderung für die Demokratie selbst: [Durch] Das Relativieren von Wahrheit“ und fordert von der Fake-News-Schleuder Facebook, Fake News zu zensieren. Es ist hier zu fragen, wie ernst man es mit den eigenen Befunden nimmt. Wenn vom Netzgiganten Facebook eine Gefahr für Demokratien ausgeht, warum kooperiert dann der öffentlich-rechtliche Rundfunk weiterhin unverdrossen mit Facebook? Kaum ein Format dieser Sendeanstalten, das nicht die enge Zuschauerbindung sucht durch Einblenden des eigenen Facebook-Accounts oder Hinweisen wie: „Diskutieren Sie mit uns auf facebook!“ Den Gipfel der Schizophrenie leistete sich das ZDF in der satirischen Heute-Show. In der Ausgabe vom 14. Oktober 2016 thematisierte man die Hasstiraden auf Facebook, deren Löschung Bundesjustizminister Maas verlangt. Man mokierte sich darüber, dass es Maas nicht gelänge, sich gegen Facebook durchsetzen. Doch zuvor, als die Kamera über das Publikum schwenkte, da fand das ZDF nichts dabei, den Facebook-Account der Heute-Show einzublenden.

Wie ist es eigentlich mit der Compliancekultur der Anstalten zu vereinbaren, dass man ständig kostenlose Werbung für einen privatwirtschaftlichen Konzern macht, der überdies nichts Gingeres anstrebt als den Zugriff auf die persönlichen Daten der gesamten Menschheit? Von der Öffentlichkeit per Zwangsabgabe bezahlte Rundfunkanstalten machen sich zu Bütteln eines global operierenden Unternehmens, indem sie ihm ihre Rezipienten zutreiben. Ist das nicht die größere Gefahr für die „Demokratie selbst?“

Advertisements

31 Kommentare zu “Der Hinterweltler und seine Märchen – über Fake News und die öffentlich-rechtlichen Büttel von Facebook

  1. Über die Sendung der Heute Show, welche Facebook zum Thema hatte, las ich bei dir schon einmal und wurde mir dieses Widerspruchs bewusst. Vermutlich denkt man sich, dass man auf die Gefahren ausreichend hingewiesen hat und selbst den Zug (solange er noch fährt) nicht verpassen möchte. Bei flüchtigem Nachdenken schon, erscheint das ein reichlich seltsamer Gedanke.
    Da ich Facebook selbst nutze, darf ich mich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Alles was ich gerade schreiben möchte, wird durch mein Account ad absurdum geführt. Ich muss also den Mund halten, bis ich es über mich bringe mich dort zu löschen. Dann kann ich dir weit besser zustimmen ohne mich lächerlich zu machen. Leise tue ich es jetzt schon, lieber Jules.

    Gefällt 4 Personen

    • Dass ich mich schon mal darüber geärgert habe, ist dir natürlich nicht entgangen, liebe Mitzi. Da findet sich auch der Fotobeweis, ein Standbild des Schwenks mit der Einblendung,
      https://trittenheim.wordpress.com/2016/10/22/heult-doch-alle/
      Deine Offenheit ehrt dich. Sie zeigt, dass es sogar für aufrechte und intelligente Menschen schwer ist, von Facebook loszukommen. Ich kann es nachvollziehen, denn man verliert ja auch liebgewonnene Kontakte. Wer wollte die so einfach abschalten?
      Deine „leise Zustimmung“ bedeutet mir viel, meine Liebe.

      Gefällt 3 Personen

      • Du sagst es, lieber Jules. Die Kontakte sind es. Liebgewonnene Bekannte, deren Bilder ich so gerne betrachte und an ihrem Leben teilnehme. Solange ich es in Kauf nehme, bleibe ich leise, bin aber froh, wenn es immer wieder thematisiert wird. So vergisst man wenigstens nicht, welchen Preis man da bezahlt und überlegt immer mal wieder, ob er es wert ist.

        Gefällt 1 Person

  2. Ich konnte mich jetzt garnicht auf den Inhalt konzentrieren, weil ich im Kopf dauernd hatte „heißt es nicht Hinterwäldler???“
    Jetzt nachgeguckt – offenbar gibt es beides, der Hinterweltler scheint nur weniger verbreitet, ich fand ihn bei kurzer Suche nur bei Bry und Nietzsche. Wieder was gelernt!
    Vielleicht lese ich morgen nochmal mit mehr Sinn für den Inhalt….. *gg*

    Gefällt 1 Person

      • @Fjonka und vilmoskörte
        Die Frage schien mir nicht bedeutsam, und daher habe ich Brys Schreibweise ungefragt übernommen. Wenn sie jedoch von anderen Inhalten ablenkt: Hinterweltler und Hinterwäldler sind unterschiedliche Begriffe. Der Hinterwäldler ist wohl einer aus dem Hinterwald und steht metaphorisch für den Ungebildeten mit engem Horizont. Dagegen glaubt der Hinterweltler an eine imaginäre Welt hinter der fassbaren Welt, von der aus unsere gemeinsame Welt gesteuert wird. Wir bezeichnen solche Leute abwertend als „Verschwörungstheoretiker“, doch der Begriff umfasst auch jene, die an Magie glauben, und religiöse Fundamentalisten. Schwierige Zeitgenossen sind jene, die sowohl in die Kategorie Hinterwäldler fallen als auch in die des Hinterweltlers. 😉

        Gefällt 1 Person

    • @Fjonka: Muss es denn immer alles „schon geben“? Wenn ein Wort Sinn macht und verständlich ist, muss es doch nicht im Duden stehen. Gerade im Deutschen kann man wunderbar zusammengesetzte Wörter kreieren und mit Bedeutungen spielen. Wir haben alle diesen Rechtschreibfaschismus im Kopf. Befreit die Sprache! 🙂
      (Bitte nicht falsch verstehen, ist nicht persönlich gemeint. Das begegnet mir bloß immer wieder.)

      Gefällt 1 Person

      • Ich finde sowas einfach interessant – und es hat sich ja auch herausgestellt, daß Jules van der Ley nicht ohne Grund ein mir unbekanntes Wort verwendet hat.
        Ich mag übrigens selbst gern neue Wörter „herstellen“, insofern war Rechtschreibfaschismus (schönes Wort *gg*) überhaupt nicht der Sinn meines Kommentars – auch wenn ich mich durchaus über manche modernen Sprachmanierismen aufregen kann und auch über Rechtschreibfehler stolpere.

        Gefällt 2 Personen

        • Fjonkas Zweifel gab mir die Gelegenheit , dem Bedeutungsunterschied von Hinterwäldler und Hinterweltler nachzugehen. Da zeigte sich, dass es kein orthographisches Problem ist. „Hinterweltler“ ist in keiner Duden-Auflage verzeichnet, auch nicht in der, auf die Bry hätte zugreifen können. Das ist aber nicht verwunderlich, denn Komposita sind erst in späteren Duden-Auflagen zu finden. Da der Begriff aber nicht in den allgemeinen Sprachgebrauch eindrang, es nur die von Fjonka genannten Belege gibt, wurde er auch in jüngster Zeit nicht verzeichnet.
          Grundsätzlich stimme ich mit Anna Torus überein, was die Orthographie betrifft. Das Deutsche erlaubt es, fast nach Belieben Komposita zu bilden. Diese „Augenblicksbildungen“ geraten erst in Wortlisten, wenn viele sie nach ihrem Aufkommen nützlich finden und in ihren Schriftsprachgebrauch übenehmen. Die jeweiligen Dudenredaktionen haben sich bei ihrer Entscheidung für oder gegen ein Wort immer nach der „Gemeinschaft kompetenter Sprecher und Schreiber“ gerichtet. Das waren zu Zeiten der Buchkultur primär Autoren und Journalisten. Aber ich erinnere mich auch noch an Zeiten, als der damalige Dudenherausgeber Drosdowski durch die Talkshows tingelte und stolz verkündete, man habe in der neusten Duden-Ausgabe das umgangsprachliche Wort „Tussi“ verzeichnet, was mehr ein Marketing-Gag war als vernünftige sprachwissenschaftliche Entscheidung. Durch das Internet hat sich natürlich auch die Orthographie demokratisiert, so dass „Rechtschreibfaschismus“ oder „-stalinismus“ fehl am Platze ist und Orthographie in den Stand einer Religion versetzt. Hierzu eine lustige Gif-Animation:
          http://trithemius.de/2012/06/07/wir-kaufen-nicht-mehr-an-der-tur/

          Über die Willkür bei bisherigen orthographischen Entscheidungen:
          https://trittenheim.wordpress.com/2016/05/13/kaisertreu-oder-platz-fuer-das-gesaess-des-kaisers

          Gefällt 1 Person

  3. Die Diskussion, die durch Facebook und Fake News entsteht, führt, so ist doch sehr zu hoffen, zu genau dem Ergebnis, das Frau Mikich befürchtet. Zweifel daran, was uns an Wahrheiten präsentiert wird, waren schon immer angebracht, jetzt weiß jeder, dass er den Faktencheck, den Plasberg verspricht, sicherheitshalber selbst machen sollte. Und wenn das nicht geht, eben auch immer einkalkulieren muss, dass es möglicherweise auch andere Sichtweisen, zusätzliche Informationen und Interessen gibt. Wenn uns etwas weiterbringt, dann nicht der feste Glaube, sondern das feste Zweifeln.

    Gefällt 1 Person

    • Was den Wahrheitsanspruch betrifft, stünde uns allen ein wenig Demut gut zu Gesicht, vor allem unseren Medienschaffenden. Nach dem Attentat auf Charly Hebdo verbreitete die Tagesschau Bilder von den Staats- und Regierungschefs in Paris, Arm in Arm an der Spitze des Trauermarsches. Auf die Kritik, das Bild zeige eine reine Inszenierung, schrieb Tagesschau Chefredakteur Kai Gnifke:

      “Kein Foto zeigt ‚die’ Realität. Jedes Foto zeigt einen Ausschnitt, und gleichzeitig gibt es viel mehr, was das Foto nicht (!) zeigt. Das ist kein Frisieren, kein Zensieren und kein Inszenieren. Das ist Journalismus, das ist die Auswahl von Bildern, Ausschnitten und Fakten. Das ist harte journalistische Arbeit, die sich an ethischen und handwerklichen Standards messen lassen muss.“
      http://trithemius.de/2015/01/16/ein-herr-gniffke-ist-verargert/

      Wenn also Journalismus „Auswahl von Fakten“ ist, erhebt sich die Frage, welche Fakten ausgewählt werden und warum? Weil wir das oft nicht klären können, ist „das feste Zweifeln“, wie du sagst, die vernünftigste Weise in der Welt zu sein.

      Gefällt 1 Person

  4. Ich schaue kein deutsches TV, deshalb kann ich da nicht mitreden. Ich empfinde aber auch, dass Fake News ein sehr grosses Problem ist. Nachrichten sind und waren nie neutral, aber die professionelle Beeinflussung der Medien nimmt inzwischen erschreckende Ausmasse an. In den USA wird inzwischen empfohlen, nur noch die renommierten Zeitungen zu lesen und da auch nicht die Online Version, weil es dort auch meist um Click Zahlen geht und die Artikel dementsprechend konzipiert sind. Ich denke aber, dass die hauptgefahr darin besteht, dass manche Menschen nur Nachrichten lesen, die ihre Meinung bestätigen und facebook und co bedienen genau dieses Verhalten.

    Gefällt 1 Person

    • „Dass manche Menschen nur Nachrichten lesen, die ihre Meinung bestätigen“ Glaubst du, dass es je anders war? Viele Menschen informieren sich gar nicht, haben aber trotzdem eine Meinung. Wieviel unausgegorene Meinung in Köpfen herumschwirrt, hat man vor facebook nur ahnen können.
      Das zu zeigen, ist ein Verdienst, den ich facebook zugestehe.
      Eben hörte ich auf der flämischen Radiostation Studio Brussel den Bericht einer USA-Korrespondentin. Sie hatte junge Bergleute interviewt, allesamt Trump-Wähler. Sie waren, wie die Journalistin es darstellte, sehr unwissend, hatten angegeben, Obama habe “ irgendwelche Windmühlen“ aufgestellt, um sie arbeitslos zu machen und den Kohlebergbau abzuschaffen. Warum „Windmühlen“ und dass Obama nicht gegen Trump kandidierte, wollen diese Männer vermutlich nicht wissen, weil sie Massenentlassungen im Bergbau erleben und sich in ihrer Existenz bedroht sehen.
      Wenn unwissende und ungebildete Menschen, die sich früher nur in ihrem eigenen Umfeld orientiert haben, sich neuerdings auf facebook gegenseitig ihre Vorurteile bestätigen, ist das vielleicht ihr erster aktiver Umgang mit Information überhaupt. Bleibt zu hoffen, dass sich irgendwie „semantisches Lernen“ einstellt und sich ihr Horizont erweitert..

      Gefällt 1 Person

      • Der grosse Unterschied ist, dass heutztage nur noch Nachrichten gefüttert werden, die der Meinung entsprechen.F rüher bestand noch die Möglichkeit, sich die passenden auszusuchen. Das ist nicht jedem klar. Facebook hat jedenfalls sehr an Ansehen dadurch verloren. Ich war nie da, weil sich der Sinn für mich nicht einmal erschliesst. Ich finde dieses Zeit jedenfalls gerade unglaublich spannend….

        Gefällt 1 Person

  5. Im Morgenmagazin, das wöchentlich wechselnd von ARD und ZDF ausgestrahlt wird, und auch in der Aktuellen Stunde im Dritten – Sendungen, die sich als seriös verstehen – werden sogar Kommentare vorgelesen, die Zuschauer auf den Facebook-Accounts der Sendungen abgeben. Da wird z.B. irgendwas über Trump berichtet, dann heißt es plötzlich: „Und auch Sie haben uns dazu geschrieben. Auf Facebook schrieb Peter S. aus Essen … „. Dann werden drei nichtssagende Einträge vorgelesen: „Das ist ja ganz entsetzlich! Wie kann der Mann das machen!“ – von genau der Qualität. Erst ist das noch ganz lustig – unbeabsichtigt, aber nach ein paar Mal hat es mich so genervt, daß ich die Sendungen allein deswegen nicht mehr ansehe. Es erinnert mich an eine Szene aus dem dystopischen Film „Fahrenheit 451“ nach dem Roman von Ray Bradbury: Die Frau des Feuerwehrmanns (dessen Augabe es ist, Bücher zu verbrennen) verbringt ihre Tage in einem Raum, dessen Wände TV-Bildschirme sind. Die Moderatoren der Sendungen sprechen sie namentlich an und machen kurze Pausen, damit sie banale Sätze aussprechen kann. Die Moderatoren tun dann so, als hätten sie sie verstanden, und vermitteln allen Zuschauern auf diese Art, daß sie auf familiäre Art dazugehören. Nichts anderes machen die Vorleser der nichtssagenden Facebookeinträge – es ist entwürdigend für alle Beteiligten. Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.

    Gefällt 1 Person

    • „Das ist ja ganz entsetzlich!“ Danke für deinen aufschlussreichen Kurzbericht und die Einordnung. Da ich noch nie das Morgenmagazin gesehen habe, wusste ich nichts davon. Bekannt ist mir das nur aus „Hart aber fair“, war mir aber ganz entfallen, weil ich die Sendung schon lange nicht mehr angeschaut habe. Dort ist es als Versuch anzusehen, dem Format ein interaktives Element beizusteuern, wozu es aber Facebook nicht geben müsste. Ich müsste glatt mal bei den Rundfunkanstalten nachfragen, wie man diese instinktlose Zusammenarbeit mit Facebook rechtfertigt. In Österreich ist sie den öffentl-rechtlichen Sendern übrigens verboten. Man könnte denken, dass man bei allem Gejammer über Fake NEws bei facebook die wirtschaftlichen Interessen des Konzerns über alles stellt, wie es sich gehört für Merkels „marktkonforme Demokratie.“

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s