Leckere Champignoncremesuppe mit Gewäsch

Kategorie MedienSich auf eine höfliche Frage einen kalten, abweisenden Blick einzufangen, beleidigte sein Rechtsempfinden. Dabei sah sie aus wie die zehn Jahre ältere Schwester seiner Exfreundin Tina, was ihr schon mal grundsätzlich seine Sympathie eingetragen hatte. Von so einer zurückgestoßen zu werden, war doppelt übel. Es hätte durch umsichtige Planung verhindert werden können. Er hatte nicht bedacht, dass dienstags Markt ist. Dann ist auch das Lokal überlaufen. Im hinteren Raum gibt es hinter einer Säule einen langen Tisch, an dem sechs Personen bequem sitzen können.

Er war von drei Frauen besetzt. Er fragte aus reiner Platznot, ob er sich hinzusetzen dürfe. Die am Kopfende hätte sagen können, dass noch eine Freundin erwartet werde. Das tat sie nicht, denn ein anderer Gedanke hatte sich störend in ihr Bewusstsein geschoben, dass man keinen Zuhörer würde haben wollen, der vielleicht albern finden könnte, was man zu reden beabsichtigt. Vermutlich waren ihre Bedenken nicht ausformuliert, blockierten aber trotzdem oder genau deshalb ihr Sprachzentrum. So starrte Tinas Schwester den Frager nur starr an. Ihm blieb keine Wahl, diesen Akt der Unhöflichkeit zu ignorieren. Er hielt genügend Abstand und setzte sich einfach, aber der unerquicklichen Vorgang zog ihm einiges an Energie ab. Da war er froh, als Alexa, die junge Serviererin, ihm die köstliche Champignoncremesuppe brachte mit den Worten: „Ach, hier sind Sie! Ich habe Sie zuerst gar nicht gefunden.“ Es schwang darin „Dass Sie es wagen, sich mitten in den Hühnerhof zu setzen, hätte ich nicht gedacht.“ „Hm!“, sagte er und meinte „das kostet mich mehr Energie als ich mir mit der Suppe an Energie zuführen kann.“ Weiterlesen