Teestübchens Sprachberatung – jetzt auch ohne Huhn!

Kategorie MedienLeute, deren Hobby es ist, sich über sprachliche Fehler aufzuregen, sind mir schon immer suspekt gewesen. Ich frage mich dann, wieso die kein ordentliches Hobby haben, etwa eine Modelleisenbahn betreiben oder einen Kleingarten pflegen. Da haben sie eine überschaubare Welt vor Augen, in der sie ihre Vorstellungen von Ordnung durchsetzen können, ohne dass ihnen einer widerspricht. Denn die Sprache gehört allen, und niemand hat das Recht, sich vor anderen als Schulmeister aufzuführen. Manche Zeitgenossen müssen sich aber beruflich mit sprachlicher Richtigkeit befassen, etwa Schriftsetzer (heute Mediengestalter), Korrektoren, Lektoren, Redakteure, Deutschlehrer, Germanisten und einige Linguisten (man möge sich die weiblichen Formen dazudenken). Deren Arbeit ist konservativ, denn sie bremsen den Sprachwandel, der für eine lebendige Sprache typisch ist, achten aber auch darauf, dass die Schriftsprache als Kommunikationsmittel weiterhin funktioniert, ohne dass es beim Lesen knirscht im Gebälk.

Sreenshot und Gif-Animation: JvdL

Sreenshot und Gif-Animation: JvdL

Geknirscht hat es im Januar 2016 auch noch auf der Korrekturseite für Kommentare bei WordPress. Ich habe in der Redaktion des Teestübchens ein Huhn halten müssen. Denn immer wenn ich einen meiner Kommentare korrigieren wollte, wurde mir vom System befohlen: „Im Papierkorb legen“ Damals habe ich um Korrektur gebeten, damit ich das Korrekturhuhn endlich zur Ruhe legen kann. Wohin? In den Papierkorb natürlich. Der Grammatikfehler ist wohl vor geraumer Zeit korrigiert worden, was ich hier mit Freude feststelle und lobend erwähnen möchte. Nicht alles wird immer schlechter in der Welt. Manches wird auch besser. So, und wo ist jetzt meine Modelleisenbahn? Für den Schrebergarten ist es mir eindeutig zu kalt, und außerdem habe ich überhaupt keinen Schrebergarten.

in-den-papierkorbSpaß beiseite, indem Blogger und Bloggerinnen ihre eigenen Setzer und Redakteure sind und in einem Medium publizieren, gehören sie natürlich zum Kreis der Menschen, die verantwortlich mit Sprache umgehen sollten, auch wenn Bloggen keine berufliche Tätigkeit ist.

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