Karl-Hermann live (3) – Schule des Gehens

karl-hermann-folge-3 Giraffen, Kamele, Elefanten, Bären und einige Vierbeiner, von denen ich nichts weiß, bewegen sich im Passgang, schwingen also rechtes Vorderbein und Hinterbein und umgekehrt gleichzeitig nach vorne. Der Mensch ist ein Kreuzgänger, bewegt linken Arm und rechtes Bein, bzw. rechten Arm und linkes Bein im Takt. Im Passgang kann er sich nur schwer fortbewegen. Ein Kollege, der die Theatergruppe betreute, erzählte mir aber, dass manche Kinder, wenn sie zum ersten Mal auf der Bühne gehen sollen, vor lauter Verlegenheit in den Passgang verfallen.

Jules van der Ley (Gerd Glimmer ist übrigens mein Pseudonym vor den Internetpublikationen)

Jules van der Ley (Gerd Glimmer ist übrigens mein Pseudonym vor den Internetpublikationen)

Warum zeige ich hier noch das ganze Blatt? Ist es nicht, als würde ich einen Witz zweimal erzählen? Das verhält sich so: Nachdem ich das Cartoon in eine Gif-Animation umgewandelt hatte, fiel mir auf, dass es für den potentiellen Passgang-Adepten besser ist, die Entwicklungsstufen im Vergleich sehen zu können. Und jetzt: Viel Vergnügen beim Üben!

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17 Kommentare zu “Karl-Hermann live (3) – Schule des Gehens

  1. Hihi… die Theaterlehrerin unserer Schule hat mal behauptet, am Gang könne man den Charakter eines Menschen erkennen; und sie hat ein paar Leute durch die Klasse gehen lassen. NATÜRLICH hat sie auch mich ausgesucht – ich war der schüchternste Mensch der Welt, das beliebteste Mobbingopfer in der Klasse und zudem sehr groß und dünn – alles super Voraussetzungen, um sich kleiner zu machen und wie eine Maus durch die Klasse zu huschen. Nur – ich wusste GENAU, wie man auf dem Laufsteg geht und ich hatte genug fiesen Humor in mir, um das auch zu tun: hoch aufrichten, Schultern raus, auf dem Kopf ein imaginäres Buch und jeden Zentimeter des Körpers Selbstbewusstsein ausstrahlen lassen.
    Sie hat, soweit ich weiß, diese spezielle Unterrichtseinheit nie wieder unterrichtet… http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_biggrin.gif

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      • Diese Theaterlehrerin war vielleicht eine Sadistin, aber da ist was dran. Ein Weile habe ich mich darin geübt, den Gang wildfremder Leute, die ich auf der Straße sah, nachzuahmen. Dann vermittelte sich mir, wie die so drauf sind. Der komplette Charakter erschließt sich einem aber nicht.

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        • Ja, nur wenn man merkt, dass die doofe Lehrerin einen in die Pfanne hauen will (das haben die Schüler immer schon ausreichend gemacht) ist es gut, selber ein paar Tricks drauf zu haben. Mein Gehen hat ihr ganzes Experiment ad absurdum geführt. Ich denke heute noch mit Befriedigung daran zurück.

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  2. Pingback: Karl Hermann live (4) – Schule des Stehens

  3. Ich gestehe, ich habe es auch ausprobiert! Da ich aber auch dazu neige, die Gangarten oder Gangeigenarten einiger Leute nachzuempfinden, habe ich keine große Verwunderung damit auslösen können. Aber es fühlt sich definitiv seltsam an. Wie gut du doch deine Leser kennst, dass du gleich die komplette Anleitung bereit stellst!

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    • Dass du es versucht hast, lieber Manfred, freut, ja rührt mich. Dass es sich für dich seltsam angefühlt hat, lässt mich denken, dass selbst bei automatisierten Vorgängen wie dem Gehen immer etwas in uns darüber wacht. Es offenbart sich, wenn wir es absichtlich gegen die Natur machen. Vielleicht sollte man viel häufiger etwas absichtlich falsch machen, sum beispil etwaß valsch schreibn, damid sich der inere Zensor tseigen muß.

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