Aus dem Off – Von den Socken

aus dem off

Manche finden, wenn es warm ist, sie sollten die Socken weglassen. Ich kannte mal einen, der ließ die Socken weg in allen Monden ohne R, egal ob’s warm oder kalt war. Er war aber auch ein Naturbursche, sprang allmorgendlich vor dem Frühstück nackt in eine Zisterne mit von Algen schleimig grünem Regenwasser, die er hinterm Haus hatte.

Ich will aber über einen anderen schreiben, den ich heute ohne Socken sah. Er war groß und massig, so um die 50, bildete sich wohl was ein auf seinen kräftigen Bass, weshalb er völlig unnütze Dinge sprach wie ein Hund, der überall Urin verspritzt, um sein Revier zu markieren. Etwas von seinem Bassurin war die Bemerkung, es wäre ja heute unausstehlich schwül.

Sprachs, und trug dazu unpassend einen dunkelgelben Parka um die Schultern. Darunter eine schwarze dreiviertellange Hose. Nur Socken trug er nicht, auch keine Schuhe, sondern pinkfarbene Flip Flops. Seine Füße gehörten zu der Sorte, die bei Wärme dick und schwammig werden. Aber ein dienstbarer Mensch hatte ihm die Hornhaut von den Fersen gehobelt, herunter bis auf die rosafarbene Pelle. Das sah weniger schön aus als er dachte. Da war zu den Fußsohlen hin noch so ein weißlicher Schimmer von Hautschuppen. Und ich dachte, wenn der Mann aus den Flip Flops herausrutscht, wird er mit seinen schwammigen dicken Füßen tiefe Mulden in die Schöpfung treten. Wie gefährlich! Und welch eine Verantwortung für ein paar dünne rosafarbene Flip Flops!

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16 Kommentare zu “Aus dem Off – Von den Socken

  1. Ich mag auch keine Socken. Nur quietschbunte selbstgestrickte, die finde ich gut. Vermutlich spricht das auch nicht für mein Stilempfinden, aber he… ICH muss damit rumlaufen. Allerdings mag ich auch keine Flipflops.
    Unser Physiklehrer trug übrigens sommers wie winters Holzschuhe ohne Socken, mit der Begründung, dieses Material würde im Winter die besten Isoliereigenschaften aufweisen (von draußen nach drinnen) und im Sommer… naja, umgekehrt vermutlich…

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  2. Gerade noch bei der Suppe jetzt bei der Hornhaut. Heute ist hier viel geboten :).
    Schweinchenrosa, schwammig weiche Männerfüße in pinken Flip Flops. Die von dir beschriebenen Füße kann ich mir leider viel zu gut vorstellen. Manchmal wünscht man sich den Herbst herbei.
    Ich rubble mir jetzt den schweinchenrosa farbenen Nagellack von den Zehen. Nach diesem Bild brauche ich einen Kontrast ;).

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    • Zwischen Suppe und Hornhaut lagen eigentlich ein ganzer Tag. Im zeitlosen Internet hat es dich offenbar geballt getroffen. Das tut mir leid, liebe Mitzi. Andererseits: Wenn dafür der schweinchenrosa Nagellack daran glauben musste, ist die Folge doch nicht so übel. 😉

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      • Das muss dir nun wirklich nicht leid tun. Das zeitlose Internet ist manchmal gerade deswegen so interessant, weil man sich aussuchen kann, wann man wo liest. Ob die Zusammenhänge dann noch passen, ist nicht das Problem des Verfassers.
        Der rosa Nagellack ist ausgesprochen hübsch, lieber Jules 😉

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