Die flämische Radiomoderatorin Linde Merckpoel erzählt einen rührenden Witz vom kranken Pferdchen. Die Pointe haut dich um und du verstehst auf Anhieb Niederländisch

Linde Merckpoel
Zum Anhören bitte Bild klicken! (Lies simultan in einem zweiten Fenster meine fast wörtliche Übersetzung)

Eines Tages im Stall eines Bauernhofes ist das Pferdchen krank. Das Pferdchen ist schon alt, ist schon eine zeitlang nicht in Ordnung, aber nun ist es sehr krank. Es liegt schon einige Tage platt auf der Erde, auf etwas Stroh, lustlos vor sich her starrend, und die Tiere, die rundum in ihren Verschlägen hocken, machen sich große Sorgen ums Pferdchen, vor allen anderen: das Ferkel. Denn das Pferdchen und das Ferkel sind schon jahrelang treue Freunde. Sie haben eine intensive Verbindung, und das Ferkel sieht die Situation mitleidig an.

Der Bauer, der eigentlich auch nicht recht weiß, was er mit dem Pferdchen tun soll, hat den Tierarzt geholt, und der Tierarzt untersucht das Pferdchen. Er guckt nach den Hufen, unter den Schwanz, leuchtet ihm mit einer Taschenlampe in die Augen und sagt zum Bauern: „Ich will ehrlich zu dir sein, es sieht nicht gut aus. Das Pferdchen ist sehr krank. Ich muss ihm ein starkes Medikament spritzen, dann warten wir zwei Tage, aber wenn es dann nichts geholfen hat, wenn das Pferdchen nicht auf die Beine kommt, muss ich es einschläfern.

Der Bauer seufzt. Er ist niedergeschlagen, denn er liebt sein Pferdchen sehr und verlässt mit gebeugtem Rücken zusammen mit dem Tierarzt den Stall. Die Atmosphäre ist nicht gut. Und das Ferkel, das alles verfolgt hat, springt, sobald die beiden Männer weg sind, auf und rennt auf seinen kurzen dicken Beinchen zu seinem Freund, dem Pferdchen, und sagt: „Pferdchen, du hast gehört, was sie gesagt haben. Du musst aufstehen, sonst werden sie dich einschläfern!

Das Ferkel hat den Ernst der Lage erkannt, aber das Pferdchen schnaubt nur und reagiert nicht. Es bleibt liegen – bis zum folgenden Tag. Aber das Ferkel ist ein treuer Freund, ein echter Freund, und ein echter Freund gibt nicht auf. Am folgenden Morgen steht es schon wieder bei seinem Freund und ruft: „Pferdchen, komm, los, Pferdchen, du musst aufstehen! Morgen kommt der Tierarzt, und dann geben sie dir eine Spritze, wenn du nicht aufstehst. Ich will dich nicht verlieren! Komm, Freund, tu es für mich!“
Aber das Pferd bewegt sich nicht.

Am folgenden Morgen geht die Sonne auf und scheint dem Ferkel in die Augen, das wach wird und weiß: Heute entscheidet es sich. Heute heißt es alles oder nichts. Und es stapft auf seinen kleinen dicken Beinchen zum Pferdchen, guckt ihm direkt in die Augen und sagt „Pferd! Pferd, nun höre mir gut zu. Ich bin schon jahrelang dein bester Freund. Ich habe dich noch nie um was gebeten. Aber nun tue ich es . Pferd, du musst aufstehen! Komm, du kannst es! Ich will dich nicht verlieren. Bitte steh auf!!“

Und ein Wunder geschieht. Das Pferdchen guckt seinem besten Freund in die bangen Augen und es richtet sich mit zitternden Beinen sehr langsam auf. „Qieck, Quieck!, ruft das Ferkel, denn es ist sehr glücklich. Und in diesem Augenblick kommt auch der Bauer in den Stall, begleitet vom Tierarzt und sieht, was da geschieht, sieht das Pferdchen wieder auf den Beinen und ruft: „Hurra! Hurra! Ein Festtag! Das Pferdchen hat sich aufgerichtet! Es ist genesen. Wir müssen das feiern! Los!“, ruft der Bauer, (…)

(Pointe bei 4:18)

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34 Kommentare zu “Die flämische Radiomoderatorin Linde Merckpoel erzählt einen rührenden Witz vom kranken Pferdchen. Die Pointe haut dich um und du verstehst auf Anhieb Niederländisch

  1. Lieber Trithemius,
    Sie haben schon mehrere Beiträge verfasst, die einen Fleischfresser nachdenklich machen. Dieser „Witz“ hilft auch ungemein, den Weg zur vegetarischen Ernährung einzuschlagen, oder wenigstens zu suchen.
    Gruß Heinrich

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Heinrich,
      hier ist’s aber ein Effekt, den ich weder beabsichtigt noch erwartet habe. Ich fand nur die Presentation des Witzes durch Linde Merckpoel so bemerkenswert wie auch die überraschende Pointe. Wenns Ihnen den Weg zum Vegetarismus ebnet, ist es freilich doppelt schön, obwohl ich nicht missionieren will.
      Beste Grüße,
      Jules

      Gefällt mir

  2. Hast Du dieses Büchlein einmal gelesen, Jules?
    Diese wirklich vergnüglichen Kurzgeschichten beginnen harmlos und enden stets auf besondere Weise makaber.
    Den Bezug zum Schwein betreffend habe ich kurz im Netz geklaut:

    Die Kurzgeschichte namens „Schwein“ zeigt einen naiven jungen Mann, der bisher abgeschieden bei seiner alten Tante gelebt hat. Von der Tante vegetarisch erzogen, ist er zu einem unbekannten Spitzenkoch vegetarischer Menüs geworden und sein Verhängnis trifft ihn erst nach dem Tod der Tante in der Großstadt, wo er erstmals Fleisch probiert…..

    Ich liebe dieses Büchlein.

    Gefällt 1 Person

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