Handschrift

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frauenlob text2Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1486-1535) Handschrift, Foto und Gifanimation: Trithemius

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23 Kommentare zu “Handschrift

    • Dankeschön. Tatsächlich war Agrippa von Nettesheim Magier und Universalwissenschaftler, mit ihm trennten sich Alchimie und Wissenschaft. Als Jurist verteidigte er erfolgreich eine der Hexerei beschuldigte Frau vor der Inquisition.

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  1. Bisher war „Nettesheim“ für mich nur mit deiner reizenden Kollegin verbunden. Durch deinen kleinen (mit schöner Handschrift präsentierten) Auszug bin ich neugierig geworden und habe für seine Zeit ganz erstaunliche Zitate gefunden. Den Frauen gegenüber sehr wohlwollend.
    Kompliment auch für das Gif, lieber Jules. Schon ohne den Text, der in die Hand fällt, zu lesen, gefiel es mir.

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    • Frau Nettesheim ist übrigens stolz darauf, eine direkte Nachfahrin von Agrippa zu sein, was aber zumindest fragwürdig ist, weil Agrippas Söhne den Namen von Nettesheim abgelegt haben. Eine andere Beziehung: Agrippa war zeitweise Schüler des historischen Trithemius. Da ich in Nettesheim geboren bin, wurde ich früh auf Agrippa aufmerksam und über ihn auf Trithemius. Vielleicht wars aber auch umgekehrt. 😉 Er ist jedenfalls eine faszinierende Figur im deutschen Humanismus, ein Universalgelehrter, der auch Magie betrieb, die er aber in der Schrift
      De incertitudine et vanitate scientiarum („Von der Ungewissheit und Eitelkeit der Wissenschaften“), Köln 1527 komplett als Humbug enttarnt hat. Offenbar hatte er aber tasächlich eine hohe Meinung von Frauen. Vielleicht meinst du das Zitat: „Und wenn es nicht durch die Gewohnheit den Weibern verboten wäre zu studieren, so würden wir zu unserer Zeit derer noch mehr gelehrte Frauen zu sehen bekommen als unter den gelehrtesten Männern.“
      Dabnkeschön für dein Lob meiner Gifanimation, liebe Mitzi.

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      • Genau dieses Zitat meinte ich. Für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich und wahrscheinlich auch mutig. Einige andere haben mir auch gefallen. Zum Beispiel: „Der Männer Liebe ist heftiger, der Weiber halsstarriger; der jungen Leute leichtfertiger, der Alten lächerlicher.“
        Mit Frau Nettesheim wäre ich nicht so streng. Dank ihrer Verwandtschaft schließt sich der Beziehungs-Kreis noch schöner. Mir zumindest bleibt dank dieser Eselsbrücken vermutlich sowohl dein Geburtsort als auch die Verbindung von Agrippa zu Trithemius (zu beiden) in Erinnerung.
        Es war nur ein kurzer Text, aber mehr braucht es manchmal mich nicht um sich doch einige Zeit mit Inhalt und Personen auf kurzweilige und interessante Art zu beschäftigen.
        Einen schönen Sonntag, lieber Jules.

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  2. Das von Agrippa von Nettesheim Beschriebene kann unmöglich das Resultat realer Beobachtungen sein. Mein Duschwasser beispielsweise ist oft schmutzig, und auf den Rücken (eher auf den Po) bin ich nur zweimal gefallen: einmal, als man mir einen Stuhl weggezogen hat, und einmal, als ein Sitz in der Bahn sich automatisch hochgeklappt hat, als ich aufgestanden bin, ohne daß ich es bemerkt habe. Beide Male hat es mir ganz und gar nicht gefallen!

    Bevor ich es vergesse: eine schöne Überschrift!

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    • Du darfst nicht vergessen, dass man sich im 16. Jahrhundert nicht duschte, sondern mit stehendem Wasser im Zuber wusch, nicht selten wuschen sich hintereinander mehrere Menschen mit demselben Wasser. In solch einem Fall würde ich mich lieber mit dem Waschwasser einer Frau waschen als mit dem eines Mannes, da vertraue ich Agrippas Aussage. Was das Hinfallen betrifft, weiß ich nicht, auf welche Erfahrungen er zurückgriff. (Er war immerhin auch Arzt.) Zumindest gab es damals keinen automatisch hochklappenden Bahnsitz, der dich bedauerlicher Weise hat hinfallen lassen. 😉

      P.S.: Welche Überschrift meinst du?

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  3. die, in der steht: „… wo wohl die Grenzen für das Überschriftfeld im wordpress-Blog zu finden wären, ob bei einer wirklich langen Überschrift etwa ein altes Weib …“. In der eigentlichen Überschrift steht zwar „Handschrift“, aber rechts oben unter „Beiträge“ erscheint dieser lange Titel.

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    • Agrippas Sprache ist schon gewöhnungsbedürftig. Der Textauszug stammt aus „Vom Adel vnnd fürtreffen Weibliches geschlechts/ herrn Henrici Cornelij Agrippe/ Löblichs Büchlin“, publiziert 1540 (Übersetzung von Declamtio de nobilitate et praecellentia Foeminei Sexus),
      „Aus der Hand lesen“ ist hübsch. Nur dass die Handlinien so eindeutig nicht sind😉
      Liebe Morgengrüße,
      Jules

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    • Zumindest hat die Alphabetschrift eine überindividuelle Eindeutigkeit. Den Wörtern, aus denen diese Bemerkung hier besteht, ordnen wir unabhängig voneinander ähnliche wenn nicht gleiche Bedeutung zu. Ich habe mal ein niederländische Handleserin erlebt. Sie las meiner Freundin aus der Hand, und ich musste übersetzen. Was da rauskam, weil ihr der unmittelbare Zugang fehlte, war der reine Quatsch und stimmte hinten und vorne nicht mit den realen Begebenheiten überein.

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      • Mir hat mal so ein altes Zigeunermuttchen die Hand gelesen. Die Zukunft wollte ich gar nicht wissen, sie zwinkerte mir aber viel sagend zu. Über die Vergangenheit konnte sie mir so viel berichten, dass ich sie zumindest fragte, ob sie meine Mutter rein zufällig kenne. Sie verneinte. Seither halte ich mich für einfach und beliebig austauschbar gegen alle möglichen anderen Menschen. Ich misstraue vor allem zwinkernden alten Damen, die mir die Zukunft (nicht) prophezeien wollen. Oder können. Oder beides.
        🙂

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