Teestübchen Sprachberatung – Wichtig für alle Bloggerinnen und Blogger – Die sprachlichen Neuerungen 2016

Kategorie Humor neu
Zum neuen Jahr 2016 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zusammen mit der Dudenredaktion sowie den Intelligenzblättern Bildzeitung und Spiegel unser Schriftdeutsch gründlich relauncht. Das ist besonders für Bloggerinnen und Blogger wichtig. Teestübchen Trithemius arbeitet sich bekantlich schon seit Monaten an der Professionalisierung des Blogwesens ab und hat darum die zehn wichtigsten Änderungen zusammengestellt.

1. Deutsch soll 2016 viel runder werden – papperlapapp wird einfach vertikal gespiegelt zu babberlababb, – aus Alpen wird Balkan, Papst wird wieder zu Babbes.
2. Zum Ausgleich soll Barbara Rhabarbara geschrieben werden.
3. Reumatismus wird legalisiert und somit Volkskrankheit Nr.1
4. Rhythmus wird ersetzt durch die Wörter Walzer (Österreich) und Marsch (Deutschland)
5. aus Katarrh wird Husten
6. ai wird zu ä, aus Mainz wird Mänz, aus Kaiser Franz wird Käser Franz, aus Kaiserschmarrn wird Käsekuchen
7. griech. ph wird eindeutschend wahlweise pm oder pr geschrieben, demnach heißt es ab 2016 Prilosoprie, Phallus wird ganzjährig Prallus (da freut sich der Mann)
8. Anna soll von vorne gleich bleiben, aber rückwärts Otto gelesen werden.
9. aus Otto wird Amazon
10. Taxi wird Ubuntu
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duden 2016

Teestübchen Trithemius wünscht ein frohes und erfolgreiches neues Jahr!

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41 Kommentare zu “Teestübchen Sprachberatung – Wichtig für alle Bloggerinnen und Blogger – Die sprachlichen Neuerungen 2016

  1. Dascha gediegen! Wie soll ich mir das nur alles merken? ‚N neuen Duden kauf ich jetzt aber deshalb nicht, mein letzter ist die 24. Auflage und „… berücksichtigt alle bis März 2006 … bestätigten Regeländerungen ….“
    Auf ein Neues!

    🙂

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  2. Ich hatte gerade wirklich richtig schlechte Laune, aber dieser Beitrag hat sie deutlich aufgehellt. Besonders gut hat mir die Neuerung gefallen, dass aus Rhytmus nun Walzer oder Marsch wird, da musste ich sehr lachen.

    Ich wünsch Dir ein frohes neues Jahr und bis hoffentlich bald!

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    • Da bin ich aber froh, dich erheitert zu haben, lieber Moritz, dass du nicht schlechtgelaunt ins neue Jahr startest. „Frohes Neues!“, rief mir eben ein vorbeifahrender Radfahrer zu. „Frohes Neues!“, rufe ich dir auch zu, wo immer du jetzt bist.

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  3. Du hast noch eine ganz wichtige Neuerung vergessen, die du selbst ja schon in deinem Blog umgesetzt hast: Aus feiertags wird jetzt nachmittags und zwar ganztägig (siehe in der Kommentarspalte die Uhrzeit- und Tageszeitangabe).

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      • Der Mensch verfügt nach dem Spracherwerb über eine innere Grammatik, kann deren Regeln intuitiv anwenden, um absichtlich richtige oder falsche Sätze zu bilden. Der Computer verfügt mittels Software über eine statische Grammatik, deren Parameter sich begrenzt in den sog. „Einstellungen“ verändern lassen. Dass er alle Kommentare, die nach mittags 12 Uhr geschrieben werden, mit dem Zeitstempel „nachmittags“ versieht, ist kein absichtlicher Regelverstoß, da wir dem Computer 1. keine Absicht unterstellen müssen und er 2. keine innere Grammatik hat, die der menschlichen hinsichtlich Flexibilität und Dynamik vergleichbar wäre, also mit Sprache keine Witze machen kann. Ein Computer, der sich über die Programmiersprache seiner Software erheitern kann, ist zum Glück noch immer SF.

        Indem nun das Regelwerk der geschriebenen Sprache, genannt Orthographie, anders als die Grammatik auf Vereinbarung beruht, lässt sich alles beliebig verändern und verjuxen, woran wir sehen, dass eine gewisse Berechtigung mir als Sprachmiteigentümer nicht abzusprechen ist. Das Prinzip der Verjuxung wird im vorletzten Punkt 9 leicht verletzt, weil der Name Otto hier mit der Marke eines Versandhändlers gleichgestzt werden kann. Wenn Otto zu Amazon wird, drängt sich eine semantisch schlüssige Gleichsetzung auf, dass nämlich der Internetkonkurrent dem Traditionsunternehmen Otto den Garaus machen könnte. Manfred Voita hat in seinem Kommentar aber gezeigt, dass dieser naheliegende inhaltliche Bezug ignoriert werden kann. Indem er Otto weiterhin als Vornamen ansieht und „Amazon Waalkes“ schreibt, rettet er quasi den Witz.

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  4. Hätte ich Rhythmus im Blut, müsste ich nach Österreich ziehen. Weit wäre es ja nicht. Da ich absolut keinen Rhythmus – weder im Blut noch sonst wo – habe, kann ich an Ort und Stelle bleiben und die neuen Regeln verinnerlichen. Anna geht nicht. Otto bei Anna Blume zum Beispiel. Der tropft nicht so schön wie Anna. Aber sonst…..ich ruf jetzt erst mal Rhabarbara an und frag sie ob ihr Namenstag künftig mit der Erntezeit des Rhabarber zusammenfällt.

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    • Der Walzer ist demnach deinem Herzen näher, liebe Mitzi. Finde ich hübsch. Du hast Recht, Anna Blume würds treffen. Ich erinnere mich noch gut an einen schönen Text von dir. Wusstest du, dass Anna Blume in der englischen Fassung Eve Blossom heißt? Es ist übrigens die von Kurt Schwitters selbst stammende Übersetzung. Eve ist ja auch ein Palindrom. Bin mal gespannt, wie denn Rhabarbara ihre Verballhornung gefällt.

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          • Ich weiß erschreckend wenig über ihn. Ich habs ja damals bei meinem Text schon zugegen, dass ich eigentlich nur anna Blume kenne. Aber schon damals haben mich deine Links neugierig gemacht bin 2016 komme ich bestimmt einmal dazu mir etwas mehr von ihm und der Truppe drum herum anzusehen.

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            • Dafür hast du ja mich 😉
              Dada entstand als Reaktion auf die Gräuel des 1.Weltkriegs, war eine radiakale Verneinung der Kultur, die solch einen Schrecken hervorgebracht hat. Die Berliner Dadaisten waren politisch, zum Teil radikale Kommunisten, und lehnten den bürgerlichen Kurt Schwitters, Hausbesitzer aus Hannover, ab. Georges Grosz soll ihm wortlos einen Kinnhaken versetzt haben, als Schwitters an seine Ateliertür geklopft hatte, um sich vorzustellen. Daher ist Schwitters unter den Dadaisten eine singuläre Erscheinung, nannte seine Dada-Spielart “MERZ” nach einem Rest des Schriftzugs Commerzbank in einer seiner Collagen. Dada ist Antikunst, und Schwitters hat daraus wieder Kunst gemacht. Das Prinzip der Collage findest du auch in seinem literarischen Werk und in seiner Poesie.
              Er hat auch Collagen aus Abfall gemacht, sogenannte Assemblagen. Sein Hauptwerk ist zweifellos eine riesige Assemblage, der Merzbau “Kathedrale des erotischen Elends”. Der Merzbau durchzog mehrere Räume seines Hauses. Leider ist er im Krieg verbrannt, weil eine Brandbombe aufs Haus gefallen ist. Er emigrierte nach Norwegen und hat in einer Steinhütte auf der Insel Hjertøya einen neuen Merzbau begonnen, musste wieder vor den Nazis fliehen und baute erneut einen in einer Scheune nahe London.
              Solltest du mal nach Hannover kommen, musst du unbedingt den eindrucksvollen Nachbau des Merzbaus im Sprengelmuseum besuchen.
              Wegen der Stare von der Insel Hjertøya gabs mal einen kuriosen Urheberrechtsstreit, Hab hier darüber geschrieben: http://trithemius.de/2006/03/29/abendbummel_online_zwitschern_zirpen_flo683671/

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              • Ja, dafür habe ich dich, lieber Jules. Danke für den schönen Überblick. Einen Teil davon habe ich mir heute Nachmittag angesehen und auch bei Trithemius gestöbert. Das ist ein feines, mir noch unbekanntes Feld, das ich gerne durchstreife. Alleine die Bezeichnung „Kathedrale des erotischen Elends“ macht neugierig. Wenn es mich nach Hannover verschlägt, denke ich daran und lasse mir von dir ein paar Tipps geben. Dank YouTube musste ich mich übrigens nicht auf die Suche nach dem verfickten Plugin (entschuldige bitte, aber die Wortwahl am Ende des Abendbummels sticht aus dem Rest hervor und ist so herrlich genervt) begeben und habe es mir dort angehört. Gewöhnungsbedürftig, möchte ich es nennen.

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  5. Danke für Ihre erhellenden Erläuterungen. Zu Punkt 6 muss allerdings eingewandt werden, dass es sich bei Kaiserschmarrn um etwas anderes als Käsekuchen handelt. Kaiserschmarrn ist käsefrei, der genannte Käsekuchen heißt in Österreich dagegen Topfentorte. Topfen wiederum entspricht dem dt. Quark, auch in der übertragenen Bedeutung Quatsch, Unsinn. Bei dem österreichischen Topfenschmarrn handelt es sich somit um einen Pleonasmus. Und Schmarrn und Topfen ist es überwiegend auch, was uns in den Medien vorgesülzt wird, wie Sie in Ihrem nachfolgenden Beitrag leider richtig beobachten.

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    • Lieber Kollege,
      danke für die Hinweise. Dass Kaiserschmarrn kein Käsekuchen ist, habe sogar ich gewusst, weil ich doch schon mal in Südtirol war und Kaiserschmarrn gegessen habe. Es war halt nur so ein Einfall, Quatsch, Quark, Schmarrn, Topfen eben, wobei ich das letzte nicht wusste, aber gerne in mein aktives Lexikon übernehme. Interssant ist freilich, dass alles, was wir hier abwertend benutzen, dem Sachbereich des Kulinarischen entstammt. Oder eben dem Endprodukt, also „Scheiß“ oder „Mist“. Gibts da was Entsprechendes in Österreich?

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  6. Das hätte unser Käser Franz Joseph wahrlich nicht besser gekonnt, nämlich den Walzer wieder in die Sprache reinzubringen, den herauswinkenden Babbes, wo er mit seinem Latein am Ende ist, aus dem Babbes-Ubuntu-Mobil zu babberlababb bekehren und ihm den Marsch zu blasen, wenn er Anna und Amazon anweist, den Prallus, wenn überhaupt, nur zu katholischen Zwecken und so weiter einzusetzen.

    Mit dem 2016ner Neuerungen konnte der Niedergang der Deutschen Sprache noch einmal knapp verhindert werden … 🙂

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  7. Lieber Jules,
    da bin ich hier doch einigermaßen ernsthaft bemüht aufgetaucht, schließlich kann frau auch an einem Sonntag etwas für ihre Bildung tun und schon kann ich kaum den Lappi auf dem Schoß halten vor Lachen 😀 . Die Liste wird ausgedruckt und den Kindern zum Auswendiglernen gegeben. Sollten die das nicht tun, droht Taschengeldentzug. So habe ich dann meine wandelnden Wörterbücher schnellstmöglich auf dem neuesten Stand 😉 .

    Sorry, dass ich ein wenig blogabstinent war. Ich hoffe, Du bist gut reingerutscht und hast Deine Ataraxie dabei behalten 😉 . „I’ll be BACK“, um es im walzern zu sagen, und jetzt wirst Du mich genausowenig los, wie ein Ubuntu-Schnacker, der seine Mäuse noch nicht bekommen hat. Ich wünsch Dir einen kuschelwarmen Sonntagabend.
    Liebe Grüße von
    Andrea

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    • Liebe Andrea,
      du fegst ja wie ein Sturmwind ins Teestübchen. Schön, dass du wieder da bist und so heiter! Deine armen Kinder. Verrate bitte nicht, das ich der Urheber ihrer Quälerei bin. Das letzte Mal, dass ich Kindern Quatsch bei gebracht habe war in den 90ern, als ich meine Schüler anregte, sie sollten sich mit der Laubsäge ein Krummlineal basteln und damit im Matheunterricht Striche ziehen. Dankeschön für die lieben Worte und dir ebenfalls einen schönen Abend gewünscht. (Tschuldige, dass ich kurz angebunden bin, ich will noch ein paar Schritte durch den Schnee machen.)
      Lieben Gruß,
      Jules

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