Einladung zur Vorlesung: Wie Gottfried Wilhelm Leibniz mal wieder seinen Kamm suchte

In der Vorlesung nicht aufgepasst? Du hast dich ablenken lassen, würdest aber gerne wissen, worum es geht? Wenn du das Skript zur Vorlesung wünschst, klicke vertrauensvoll auf das Gif. Du wirst in einen Lesesaal der Bibliothek teleportiert, wo das Skript zur Einsicht ausliegt.

Der Saal ist Teil der Bibliothek Blog.de und wird zusammen mit ihr am 1. Dezember versunken sein. Die gigantische Bibliothek Blog.de geht nicht in Flammen auf wie die Bibliothek von Alexandria und stürzt nicht in ein Loch wie das Kölner Zentralarchiv. Diese Bibliothek wird einfach weg sein als hätte sie nie existiert. Letzte Gelegenheit für einen Besuch.


(Fotos aus dem historischen Chemiehörsaal der Leibnizuniversität und Gif-Animation: Trithemius)

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17 Kommentare zu “Einladung zur Vorlesung: Wie Gottfried Wilhelm Leibniz mal wieder seinen Kamm suchte

  1. Da hast du ja wieder ein sehr trickreiches Gif gezaubert, ich bin begeistert. Ja und ich bin froh, dass ich schon beizeiten bei dir herumgestöbert habe, aber da ich, wie schon geschildert, eine Schnell- ,aber nicht Nachhaltig-Leserin bin, ist es natürlich schade, dass man dann gegebenenfalls nicht mehr nachschlagen bzw.-lesen kann.
    Aber was soll’s? Alles ist vergänglich und nichts ist für die Ewigkeit.

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    • Freut mich und danke für das Kompliment. Mich befällt wohl eine leise Wehmut wegen Blog.de. Dass es nicht für die Ewigkeit besteht, ist schon recht. Aber diese Abschaltung kommt doch unerwartet. Ich habe mein erstes Teppichhaus nicht mehr oft besucht, aber das Stöbern da förderte auch immer Blog-Geschichte zu Tage, die ja zum großen Teil zur eigenen Biographie gehört. Zusammen mit den assoziierten Blogs wars schon auch ein soziales Gesamtkunstwerk. Das ganze kommt einem abbrennenden Museum oder einer abbrennenden Bibliothek ziemlich nah.

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      • Ja so ist es. Mein Blog hat ja „nur“ einen mehr Tagebuch-Charakter, und es ist schon da manchmal interessant, wie man was zu verschiedenen Zeitabschnitten gedacht hat. Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Ich habe meine Traktate ja schon vom ersten Tag an kopiert und broschürt, auch mit allen Kommentaren, weil ich meine Mutter, die in Spanien lebte, an meinem neuen Hobby teilhaben lassen wollte. Damit entfiel das Briefe schreiben und natürlich blieb dann eine Heftchenkopie auch immer noch bei mir.
        Ab WordPress wird das aber nun nicht mehr weitergeführt, irgendwann ist auch gut.
        Ich hoffe, du hast aber dennoch gut und reichlich herübergerettet und wir werden doch noch immer wieder etwas auch davon zu lesen bekommen.

        🙂

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    • Wenn man keine Unordnung entstehen lässt, die nicht mit 30 Handgriffen wieder in Ordnung zu wandeln ist, hast du dein Unentschieden. Das Problem ist immer die Überschreitung dieser Grenze. Dann wird Aufräumen als Angang empfunden, zu dem man sich nicht aufraffen kann, und durch die Prokrastination verstärkt sich das Übel.

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  2. „Das gab mir die Sicherheit, über einen anderen Aspekt der Blätter nachzudenken, ihrem Chaos einen neuen Sinn zuzuweisen: Die Schönheit eines raschelnden Blattes in der Dunkelheit.“ – Du hast wirklich eine wunderschöne Handschrift.
    Schönen Sonntag,
    mon ami.

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    • Dankeschön für das Kompliment, meine Liebe. Ich hätte nie gedacht, dass meine Handschrift mal gelobt würde. Jedenfalls sah es in den ersten 30 Jahren meines Lebens nicht danach aus. Mit dem Beginn meines Lehrerdaseins habe ich versucht, eine bessere Handschrift zu lernen und nach Fehlversuchen mit der Vereinfachten Ausgangsschrift fand ich dann die schöne isländische Ausgangsschrift und habe sie solange geübt, bis sie mir flüssig von der Hand ging. Aber Qualifikationen müssen regelmäßig geübt werden, sonst schwinden sie. Darüber habe ich schon mal geschrieben, wenn du mal Zeit hast: http://trithemius.twoday.net/stories/die-handschrift-hat-schwindsucht/
      Ich wünsche dir auch einen wohligen, erholsamen Sonntag und drücke dich,
      Jules

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      • Du hast wirklich eine schöne Handschrift. Der Artikel hat mir gut gefallen. Mir geht die Kunst Schriften zu deuten zwar völlig ab aber auch ich bin der Meinung, dass man einen Schreiber in seiner Handschrift beinahe spüren kann. Deshalb empfand es ein Teil von mir als unangenehm, einige deiner Tagebucheinträge zu lesen. Man fühlt sich ein bisschen wie ein Eindringling…
        Als ich 1991 Eingeschult wurde brachte man mir die vereinfachte Ausgangsschrift bei. In der vierten Klasse ließ sich meine Klassenlehrerin auf das Experiment ein, dass ich ab sofort mit rechts schreiben wolle, wie alle anderen. Das kostete mich sehr viel Mühe.
        Auf dem Gymnasium fiel mir dann auf, dass wir ja gar nicht alle gleich schreiben mussten, also schrieb ich wieder mit links, und meine Handschrift veränderte sich. Und, obwohl ich mich danach nicht mehr absichtlich an verschiedenen Schriftarten übte, zeigen mir meine Tagebücher, dass sich die Schrift immer mal wieder verändert…Vielleicht, so wie wir uns verändern? Die Handschrift ist ein Medium. Sie verrät wohl viel über uns und unsere Geisteshaltung. Vielleicht sind wir deshalb manchmal so dankbar für anonymisierte Digitalschrift.
        Erholte Grüße aus, dem dir sicherlich geläufigen, Stolberg, lieber Jules.
        Wohlig zurück gedrückt.

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        • Obwohl ich meine Tagebücher nur für mich geschrieben habe, finde ich nichts dabei, wenn andere ausgewählte Seiten lesen. Ich wollte dich freilich nicht unangenehm berühren. Gegen die Unsitte der Handschriftendeutung habe ich mich schon mehrfach ausgesprochen. Viele Menschen fürchten vor den Augen von Graphologen geheime Züge ihres Charakters zu enthüllen, von denen sie selbst kaum wissen. Dabei ist Charakterdeutung aus der Handschrift nicht mal eine ernsthafte Wissenschaft, sondern entspricht dem Lesen im Kaffeesatz. Weil jede Besonderheit einer Handschrift mindestens zwei verschiedene Deutungen zulässt, braucht die Graphologie immer noch zusätzliche Informationen, um eindeutige Schlüsse zu ziehen.
          Ich wundere mich, dass du 1995 noch gezwungen wurdest, als Linkshänderin rechts zu schreiben. Ich glaube dieser Unsinn war schon gar nicht mehr erlaubt. Gut, dass du im Gymnasium wieder anders schreiben durftest.
          Lichtenberg schreibt: „Wir glauben öfters, daß wir zu verschiedenen Zeiten verschiedene Hände schrieben, während als sie einem Dritten immer einerlei erscheinen.“ Will sagen, indem einem die eigene Handschrift sehr vertraut ist, sehen wir winzige Veränderungen. Ich finde es falsch, auf so ein ausdrucksvolles Medium zu verzichten und alles Expressive hinter der technischen Schrift zu verbergen.
          Aus Stolberg erreicht mich dein Gruß, liebe Jennifer? Ich bin oft mit dem Rennrad durchgefahren. Da gerate ich glatt ins Träumen.
          Sei herzlich gegrüßt!

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          • Da habe ich mich wohl ein wenig falsch ausgedrückt. Ich wurde nicht gezwungen mit rechts zu schreiben. Ich wollte es damals, weil alle anderen auch mit rechts schrieben…
            Ich glaube ebenfalls nicht, dass sich an Hand der Schrift auf geheime Charakterzüge schließen lässt. Das klingt doch arg nach James Bond. Ich meinte es eher bezogen auf die Stimmung, in welcher geschrieben wurde ob sich jemand Zeit genommen hat…Geisteshaltung war da vielleicht etwas unglücklich gewählt.
            Ich glaube hingegen daran, dass die Handschrift gepflegt werden sollte, weil sie eine Intimität erzeugt, die die Digital Schrift einfach nicht erzeugen kann. Ich schreibe sehr gerne Briefe und, wenn mich jemand fragt, womit er mir eine Freude bereiten könnte, dann ist der Brief mit das Erste, das mir in den Sinn kommt. Ich hab eine große Kiste, in der ich sie sammle…
            Meine Mutter lebt mittlerweile in Stolberg. Ich hab mir gleich gedacht, dass du da schon mal durch geradelt bist.
            Ich grüße dich herzlich zurück, du Lieber.

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            • Ja, handgeschriebene Briefe sind mittlerweile etwas Kostbares.
              Und ich dachte schon, du stündest in Stolberg auf dem Markt. 😉 Aber wenn du quasi als Touristin auf Familienbesuch da warst, ist Stolberg sicher schöner. Immer wenn ich in der Eifel trainiert hatte, fuhr ich über Stolberg-Vicht zurück, manchmal auch durch Stolberg. Der Anstieg aus dem engen Tal der Vicht war sehr anstrengend, zumal ich dann schon ziemlich müde war.
              Schönen Abend, du Liebe.

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  3. Lieber Jules,
    allein das Gif ist wieder phänomenal 🙂 . Dass Blog.de schließt ist für mich ehrlich gesagt ein Vorteil, sonst hätte ich Euch alle doch hier gar nicht getroffen. Dass dabei alle Einträge verloren gehen ist jedoch echt „Scheibenkleister“. Vor allem um Deine Bilddateien tut es mir leid. Trotzdem freu ich mich auf viele neue tolle Einfälle von Dir. Auch wenn ich in den letzten 3 Tagen nicht zum Kommentieren gekommen bin. Das wird alles nachgeholt, ich arbeite mich durch 😉 . Ich wünsch Dir einen schönen Abend, liebe Grüße
    die Mondgöttin

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  4. Liebe Andrea, guten Abend, werte Mondgöttin,

    viele Dank für deine lieben Worte. Ich war ja schon einige Jahre weg von Blog.de. Die Plattform hatte sich sehr schlecht entwickelt. Trotzdem ist’s fast ein bisschen Internetgeschichte, die da stirbt. Ich bin auch froh, auf WordPress.com wieder so viele interessante Menschen kennenzulernen. Mit euch macht das Bloggen wieder Spaß. Ich habe in den letzten Tagen selbst nicht viel kommentieren können, Der Adventskalender macht mehr Arbeit als ich gedacht habe.

    Schönen Abend und gute Nacht,
    Jules

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