Bericht von meiner ethnologischen Forschungsreise von Hannover nach Aachen und zurück (Folge 4)

Folge 1Folge 2Folge 3

Aachen hat mich wieder. 25 Jahre habe ich hier gelebt, bin sozusagen lange Zeit aus den Molekülen gebaut gewesen, die in Aachen herumschwirren. Was von denen noch da ist in mir begrüßt die Stadt wie eine alte Hausjacke. Im ICE hat mein Freund, Exkollege und Gastgeber mich angerufen und mir mitgeteilt, wo er mit dem Auto auf mich wartet. Ich verlasse den Hauptbahnhof durch den Seitenausgang und ziehe meinen Rollkoffer eine Straße hoch, die parallel zu den Bahngleisen verläuft. Drüben ist die Bahnhofsmission, wo ich mir mal habe helfen lassen, als ich meine Schwiegermutter versehentlich statt in den Zug nach Köln in den nach Brüssel gesetzt, also ins Ausland verschickt hatte, worin etymologisch das Wort Elend steckt. Unsere Vorfahren haben nämlich gedacht, die Leute im Ausland hätten nichts zu essen.

Meine Schwiegermutter bewahrte diese uralte Vorstellung treulich. Sie war nicht vom Gegenteil zu überzeugen gewesen, bis ich sie in den Zug geschubst und ins Ausland verschickt habe. Es war keine böse Absicht gewesen. Wir waren zu spät am Aachener Hauptbahnhof angekommen, und ich war froh gewesen, dass der Zug nach Köln noch da stand. Freilich entpuppte der sich nach dem Anrollen als Zug in Gegenrichtung und riss zu meinem Entsetzen die gute Schwiegermutter nach Belgien davon.

Um sie vor einer langen, schrecklichen Fahrt ins tiefe Elend zu bewahren, rief ich von der Bahnhofsmission im wallonischen Bahnhof Welkenraedt an. Bahnbeamte holten sie dort aus dem Zug. Meine Schwiegermutter sollte sich noch Jahre tief beeindruckt zeigen, erstens von den prächtigen Uniformen belgischer Bahnbeamter, dann von der sprachlichen Eleganz und ausgesuchten Höflichkeit. Sie redeten meine Schwiegermutter nämlich an mit: „Madame in Schwarz“ (Sie trug damals Trauerkleidung.)

Madame in Schwarz wollte natürlich ein Andenken an ihre Irrfahrt. In der Bahnhofshalle von Welkenraedt hing ein verstaubter Schaukasten mit belgischen Biergläsern. „Madame“ gab nicht eher Ruhe, bis einer der Bahnbeamten den Schlüssel für den Schaukasten besorgte und ihr ein Bierglas übergab, wofür er sich selbstverständlich weigerte, Geld anzunehmen. Diese generöse Tat war allerdings mit langer Wartezeit auf den Vitrinenschlüssel verbunden gewesen. Es handelte sich schließlich um einen Verwaltungsakt der Staatlichen Belgischen Eisenbahngesellschaft. Da müssen Formulare in allen drei belgischen Amtsprachen ausgefüllt werden, und es ist die Genehmigung von höherer Stelle erforderlich, dass der belgische König die Dokumente zur Übergabe eines verstaubten Bierglases aus dem Bahnhof Welkenraedt an eine deutsche Madame in Schwarz nicht siegeln muss. Dank der beherzten Entscheidung des Bahnvorstands, den belgischen König außen vor zu lassen, konnten die Welkenraedter Bahnbeamten meine Schwiegermutter und ihr Bierglas rechtzeitig und würdevoll zum Gegenzug nach Köln geleiten. Das alles war für meine Schwiegermutter der Beweis, dass Ausland nicht gleich Elend sein muss. Es geht doch nichts über eigene Anschauung. Sie erst erweitert den Horizont.

Da begrüßt mich auch schon die Lichthupe meines wartenden Freundes. Er umarmt mich wie einen Heimkehrer, nimmt mir Koffer und Rucksack ab, und ich sinke erleichtert in den Beifahrersitz seines Autos. Wir haben uns zuletzt im Februar gesehen. Also gibt es einiges zu erzählen. Während er sein Auto durch die Stadt steuert und ich seinem Bericht lausche, verfolgt ein Teil von mir die Wegstrecke und aktiviert Erinnerungen, die sich hie und dort anknüpfen, manche skurril, wie der von der Irrfahrt meiner Schwiegermutter, manche banal, dass ich beispielsweise in der katholischen Diozösanbibliothek drüben mal ein Buch ausleihen wollte und bei der Anmeldung eine Referenz angeben musste, weshalb ich dreist einen Religionslehrer benannt habe, der aber, wie ich vergessen hatte, evangelisch war. Und da in der Südstraße war eine Druckerei, wo ich einmal zum Test die belgische Discjockeyzeitschrift hab drucken lassen, die ich layoutete, um mein Studium zu finanzieren. Sie wurde monatlich in zwei Sprachen (Flämisch und Französisch) von einem europäischen Discjockeyverband (UPDJ) mit Sitz in Belgien herausgegeben. Man hatte auch eine deutsche Sektion gegründet und mich notariell als Präsidenten benannt, weil ich der einzige Deutsche war, den sie kannten. Ich hatte aber in meinem Discjockeyverband nie ein einziges Mitglied.

Einst vor einem Café am Aachener Münsterplatz, wo ich oft gesessen und geschrieben, manchmal auch durchs Fenster fotografiert habe:
Philosophie-mit-Brötchen

Jeder hat solche Erinnerungen an einen Wohnort, die sich mit den Jahren wie Sedimente übereinander legen. Und an manchen Stellen lohnt es sich, ein archäologisches Fenster aufzumachen, um hineinsehen zu können. Solche gibt es real in Aachens Altstadt. Man schaut in die Tiefe und kann die Reste verschiedener Siedlungsepochen erkennen. „Alle tausend Jahre versinkt eine Stadt um einen Meter“, hat mein guter Freund Coster mir mal erklärt, der sich leider erschossen hat. Er war in Aachen Stadtplaner gewesen, aber das war nicht der Grund für seinen Freitod.

Fortsetzung

Bericht von meiner ethnologischen Forschungsreise von Hannover nach Aachen und zurück (Folge 3)

Folge 1Folge 2

Die Stadt Aachen vergibt seit 1950 alljährlich den Karlspreis, benannt nach Karl dem Großen. Geehrt werden Personen, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Selbstverständlich kommen einfache Menschen für den Preis nicht in Frage. Man ehrt grundsätzlich hochrangige Persönlichkeiten, um sich in deren Glanz zu sonnen. Im Jahr 2000 wählte das Karlspreis-Direktorium den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Warum ein Präsident der Vereinigten Staaten?, fragte sich da mancher. Höher rauf geht es ja kaum noch. Warum nicht gleich < Zaphod Beeblebrox oder Gott? Beeblebrox kennen sie nicht und den Karlspreis an Gott zu vergeben, haben sie sich die geltungssüchtigen Aachener Honoratioren noch nicht getraut. Das Karlspreis-Direktorium hatte sowieso schon rote Ohren, als es auf einer internationalen Pressekonferenz in einem Kölner Hotel den Preisträger Bill Clinton bekannt gab. Da fragte ein erstaunter US-Journalist, wo Aachen denn überhaupt liege, und bekam die verwirrte, verwirrende Antwort: „Östlich von Köln.“ Da hätte er lange suchen können. Östlich von Köln liegen das Sieger- und das Sauerland.

Aachen liegt westlich! Etwa 80 Kilometer hinter Köln im westlichsten Winkel Deutschlands liegt Aachen. Weiter westlich geht es gar nicht. Wer noch weiter fährt, landet tatsächlich wieder im Osten, denn gleich an Aachens westliche Stadtgrenze grenzen die belgischen Ostkantone und Hollands südöstliche Provinz Limburg. Darum kann ich mit dem ICE 14, Fernziel Brüssel fahren. Er braucht für die Strecke Köln – Aachen gerade mal 33 Minuten. Ich habe eine Sitzplatzreservierung für den Wagen 25. In diesen Wagen drängen auch betagte Engländer und Engländerinnen, die zuvor in einer großen lärmenden Menschentraube den Bahnsteig versperrt haben. Nachdem sie alle ihren Platz gefunden und ihr Gepäck verstaut haben, verdunkelt sich der Himmel im ICE. In dieser drangvollen Überfüllung taucht plötzlich ein junger Araber neben mir auf und fragt in gebrochenem Englisch, ob der Platz noch frei sei. Er wirkt irgendwie schmuddelig und stinkt bestialisch.

Ich deute auf die leuchtende Reservierungsanzeige für den noch leeren Platz neben mir und fühle mich schlecht. Zum ersten Mal steht vor mir ein realer Flüchtling und ich sage: „Sorry, alles reserviert!“ Und was mir noch peinlicher ist, ich bin froh drum. Die Aussicht, eine halbe Stunde seinen Gestank ertragen zu müssen, haut mich um. Der junge Syrer zeigt mir seinen Fahrschein, hofft vermutlich, ich würde ihm den Platz zugestehen, wenn ich nur sähe, dass er einen gültigen Fahrschein nach Brüssel hat. Da taucht ein gut gekleideter Araber auf, offenbar der Platzeigentümer, lässt sich den Fahrschein zeigen und erklärt dem Syrer was, vermutlich, dass ein Fahrschein keine Reservierung sei, worauf der und ein zweiter Flüchtling sich verziehen. Was für eine Szene!
badetuch
Erstens wollte ich nie in die Situation kommen, einem Flüchtling einen Platz zu verweigern als wäre ich der Herr aller Plätze. Zweitens denke ich, dass die vielen freiwilligen Helfer, die Flüchtlinge in Empfang nehmen und versorgen, dass die auch konfrontiert werden mit Menschen, die sich auf einer wochenlangen Flucht nicht haben waschen können, die ihre Notdurft an den unmöglichsten Orten verrichten mussten und sich letztlich um hygienische Fragen nicht mehr kümmern konnten. Aber was hätte ich in dieser Situation tun können, um zu helfen? Während ich mich das frage und mit mir hadere, hat der feine Araber neben mir offenbar keine Probleme, packt einen dicken Plastikhalm aus der Papierhülle und zuzzelt einen sattgelben Smoothie. Auch die lärmenden Engländer haben gute Laune. Und alle Welt soll wissen, dass es ihnen zu gut geht.

Während am Horizont die ersten Höhenzüge der Nordeifel vorbeiziehen, über die ich in meiner Aachener Zeit als Radsportler unzählige Mal gefahren bin, kann ich mich gar nicht ablenken, sondern frage mich, warum die Flüchtlinge weiter nach Brüssel wollen. Ist da ein irrationales Element in der Wanderbewegung? Wollen diese entwurzelten Menschen einfach immer weiter nach Westen, möglichst weit weg von Ländern, wo Chaos ist, wo Bürgerkrieg herrscht, wo man sich gegenseitig beschießt, in die Luft sprengt, den Hals abschneidet? Vergessen manche bei ihrer Suche nach Sicherheit, Perspektive und Glück, irgendwo anzukommen, sich niederzulassen, wo es schon gut ist, in der Hoffnung, weiter weg wäre es noch besser?

In Brüssel, war zu hören, kann die Ausländerbehörde pro Tag 250 Asielzoekers (wörtlich: Asylsucher) registrieren. Die Zahl wird auf Geheiß des zuständigen Staatssekretärs nicht erhöht. Tausende stehen dort den ganzen Tag an und werden auf den nächsten Tag vertröstet. Sie übernachten in Zelten in einem Park nahe der Registrierungsbehörde. Das Rote Kreuz hat in einem nahen Büroturm 200 Schlafstellen eingerichtet, die fast nicht genutzt werden, worüber sich kürzlich ein flämischer Politiker öffentlich aufgeregt hat. Man versteht nicht, warum die Flüchtlinge lieber in Zelten leben. Es ist also nicht besser in Belgien. Da wie hier gibt es große Hilsbereitschaft in der Bevölkerung und Unverstand gepaart mit Unfähigkeit in der Politik. Wo ist eigentlich Karlspreisträger Bill Clinton? Europa könnte US-Unterstützung gut gebrauchen. Schließlich müssen wir die rücksichtslose Kriegspolitik der USA ausbaden, durch die eine ganze Region im Nahen Osten destabilisiert wurde, in deren Folge das Flüchtlingselend entstand. Aber Ehrungen wie der Karlspreis sind eben nicht mehr wert als hohle Reden, buckelnde Honoratioren, eitles Schaulaufen der Prominenz und Festbankette auf Kosten des Steuerzahlers in historischen Gemäuern. Wers nicht glaubt, der lese hier meine launige Exklusiv-Reportage, als Angela Merkel den Karlspreis an den Hals bekam.

Upps, der Lautsprecher kündigt schon Aachen an. Ich winde mich mit meinem Koffer zum Aussstieg.

Folge 4

Bericht von meiner ethnologischen Forschungsreise von Hannover nach Aachen und zurück (Folge 2)

Folge 1 hier

Was ist gruselig an Wuppertal? Als Kind bin ich mal im Wuppertaler Zoo gewesen und auch mit der weltberühmten Schwebebahn gefahren. Weil die Stadt sich in den engen Talgrund der Wupper quetscht, ist da kein Platz für eine Straßenbahn. Stattdessen hängen die Bahnen in 12 Metern Höhe an einem Schienensystem, das ziemlich genau dem Verlauf der Wupper folgt, eine Meisterleistung deutscher Ingenieurskunst aus dem Jahr 1901. Die Streckenlänge beträgt 13 Kilometer, und noch viel länger scheint die Stadt zu sein. Selbst wenn du mit dem ICE hindurch rauschst, scheint Wuppertal kein Ende zu nehmen, und du hast das Gefühl, diese Stadt will dich nicht weglassen. Und dann, gerade hast du dich gegruselt angesichts der steilen Straßen und der hohen hässlichen Häuser, von denen sie gesäumt sind, gerade hast du dich geschüttelt, weil du dir Leben in diesen Häusern vorgestellt hast, irgendwelche Lebensformen, die einem nur in etwa menschlich vorkommen, da hält der ICE auch noch im schäbigen Wuppertaler Hauptbahnhof, einer Ansammlung von mit Brettern vernagelten Ruinen. Vor dem Hauptbahnhof, stadteinwärts, hat es jahrelang ein riesiges Loch gegeben. Ich staune darüber, Arbeiter in orangefarbenen Warnjacken zu sehen und dass sie es offenbar geschafft haben, das Loch zu schließen. Andererseits sah ich sie schon im vergangenen Februar daran arbeiten. Wieso sind die Arbeiten in sieben Monaten nur geringfügig fortgeschritten? Eventuell reißt das Loch, wenn es gerade geschlossen ist, über Nacht wieder auf, gleich einer schwärenden Wunde, an der alle ärztliche Kunst versagt. Ich frage mich, welchen Menschenschlag drängt es, in so einen feuchten, finsteren Talgrund wie den der Wupper zu ziehen? Warum blieben sie nicht auf den luftigen und manchmal sogar sonnigen Höhen des Bergischen Landes? Vor Jahren traf ich einmal im ICE den psychedelischen Dichter und Zeichner grotesker Dinge Eugen Egner. Er fuhr bis Wuppertal mit.
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Bericht von meiner ethnologischen Forschungsreise von Hannover nach Aachen und zurück (Folge 1)

Am Mittwoch, dem 16. September 2015, um 12:30 Uhr steige ich im Hauptbahnhof Hannover in den ICE 650 nach Köln Hbf und besetze im Wagen 34 den Fensterplatz 55. Neben mich setzt sich eine ältere Dame in roter Jacke. Beim Eintreffen grüßt sie. Sie will sich offenbar unterhalten, aber ich will die Zugfahrt genießen, einfach aus dem Fenster schauen und herrlich gedankenleer sein. Erst als wir durch Unna rollen, würde ich gern etwas sagen, weil ich gedacht habe, dass an der realen Existenz von Unna noch eher zu zweifeln wäre als an der Existenz von Bielefeld (siehe Bielefeldverschwörung).
Gruß aus Bielefeld Kopie
Die Bielefeldverschwörung im Bild – von mir gestaltete Ansichtskarte, mit der ich hoffe, Ehrenbürger von Bielefeld zu werden, obwohl ich von Bielefeldern schon böse beschimpft wurde. Das Klo habe ich hinzugefügt, weil mir jemand glaubhaft versichert hat, er sei schon auf dem Bielefelder Bahnhofsklo gewesen (größer: klicken)

Mit Unna kann ich überhaupt nichts in Verbindung bringen …
„So wahr sich Karnickel nach dem Goldenen Schnitt vermehren.“
Die Dame schreckt von ihrem Buch auf:
„Was erzählen Sie denn da? Woher sollen Karnickel den Goldenen Schnitt kennen? Den kenne ich ja nicht einmal.“
„5 zu 8 wie 8 zu 13 wie 13 zu 21 und so weiter. Minor zu Major wie Major zum Ganzen. Das ist der Goldene Schnitt in ganzen Zahlen und 5,8,13,21,34,55 und so weiter sind gleichzeitig die Fibonacci-Zahlen. Und wissen Sie, woran Fibonacci die Zahlenreihe entdeckt hat?“
„Nein, woher denn?“
„An der Fortpflanzungsrate der Kaninchen.“
„Ach so.“
Ich sehe, dass es ihr lieber wäre, ich hätte nichts gesagt, denke: „Du mich auch!“ und schaue wieder aus dem Fenster. Da folgt schon bald Schwerte an der Ruhr. Das Städtchen habe ich schon mehrfach mit dem Fahrrad durchquert, muss aber immer an den Germanistik-Professor an der RWTH Aachen Hans Schwerte denken, der eigentlich Hans Ernst Schneider hat geheißen, als er in der Naziära SS-Hauptsturmführer gewesen war und in der verbrecherischen Organisation Ahnenerbe Laboratoriumseinrichtungen für Menschenversuche organisiert hatte. In den Nachkriegswirren tauchte Schneider unter, seine Frau ließ ihn für tot erklären und heiratete ihn kurz darauf wieder. Da nannte er sich Hans Schwerte. Er habilitierte 1958 über Faust und das Faustische und brachte es bis zum Rektor der RWTH Aachen. Kollegen von mir haben bei dem faustischen Mann studiert und waren immer voll des Lobes. Im Jahr 1994, Schwerte war inzwischen längst im Ruhestand und stolzer Träger des Bundesverdienstkreuzes, da tauchten Reporter des niederländischen Fernsehens bei ihm auf, die seine wahre Identität enthüllt hatten. Danach wurde bekannt, dass es innerhalb der Hochschule eine ganze Reihe von Mitwissern gegeben hatte. Man munkelte auch von Erpressung, dass nämlich bestimmte Lehrstühle an gewisse Personen unter Schwertes Einfluss nur vergeben worden waren, damit er nicht aufflog.

Ach, wir schauen mal aus dem Fenster. Inzwischen sind wir nämlich schon in Wuppertal, der für mich gruseligsten Stadt Deutschlands. Eines noch, bevor ich morgen weiter berichte: In Aachen werde ich bei Freunden übernachten. Dort erfahre ich im Verlaufe eines feuchtfröhlichen Abends, dass just dieser Professor Hans Schwerte in der großen Dachetage des Hauses sein Liebesnest gehabt hatte.
Teil 2

Einiges über mikrobiotische Reisezentren

Inzwischen haben menschliche Biologen herausgefunden, dass in Ameisen lebende Bakterien deren Verhalten steuern. Manche Biologen vermuten sogar, dass auch menschliches Verhalten von Mikroben gesteuert werde. Betrachten wir noch einmal den gestern schon im Bild gezeigten Ampeldruckknopf, von dem wir wissen, dass er den offiziellen Zweck nicht erfüllt. Mein vertrauenswürdiger und kundiger Informant diesbezüglich war ein Stadtplaner, also ein Mann, dessen Profession es ist, sich Gedanken zu machen über Fußgängerströme und wie sie verkehrstechnisch sicher zu leiten wären. Man kann sich vorstellen, dass viele Mikroben sich an der menschlichen Hand aufhalten. Ein öffentlich angebrachter Schaltknopf, der mit der Hand berührt werden soll, wird naturgemäß mit den Mikroben kontaminiert. Eine weitere Hand nimmt einen Teil der Mikroben wieder auf und transportiert sie zu anderen Wirten an einem ganz anderen Ende der Stadt.

mikrobiotischer-Bahnhof Auf diese Weise sind solche Knöpfe, von denen es schier Millionen in den Städten gibt, sind diese Knöpfe mikrobiotische Reisezentren, auf denen es von Reisewilligen geradezu wimmelt, ein Gedränge und Schubsen schlimmer als im Kölner Hauptbahnhof. Der größte Unterschied ist die Unwägbarkeit des Reiseziels, als würden im Kölner Hauptbahnhof die Reisenden nach dem Zufallsprinzip auf Züge verteilt, von denen niemand wüsste, wohin sie überhaupt fahren. Du hast einen schönen Fensterplatz ergattert, schaust hinaus, da rollt dein Zug am Kölner Dom vorbei und du freust dich, denn jetzt folgt die Rheinüberquerung auf der phantastischen Hohenzollernbrücke und weiter ins belebte Ruhrgebiet. Du kannst aber auch Pech haben und dein Zug rollt zur anderen Seite aus dem Bahnhof und weiter Richtung Eifel. Da denkst du: „Och nein, nicht schon wieder die Eifel! Da haben meine Vorfahren doch schon letztens Äonen lang in einem Kuhfladen festgesessen, bevor sie endlich in der Nase eines Bauern gelandet sind, der sie dankenswerter Weise in einem Köln-Ehrenfelder Supermarkt ins Obstregal geniest hat.“

Wir wollen das nicht weiter ausgestalten. Viel interessanter ist die Frage, ob nicht die Mikroben, die an und im Menschen leben, ein großes Interesse am Sozialleben der menschlichen Art haben. Anders ausgedrückt: Ist der Mensch ein Sozialwesen, weil die Mikroben ihn dazu gedrängt haben? Haben beispielsweise Mikroben einem Verkehrstechniker die Idee vom gelben Ampelknopf ins Denken geschmuggelt, die er, mit der Fähigkeit der Rationalisierung ausgestattet, plötzlich aus verschiedenen Gründen hilfreich und probat gefunden hat, wodurch er andere von der Nützlichkeit überzeugen konnte, weshalb es jetzt überall an den Fußgängerampeln diese Mikrobenreisezentren gibt? Ich bitte, diese Frage in der Registratur zu diskutieren und auch zu erwägen, ob nicht für das irrationale Verhalten der Menschen diese Mikroben verantwortlich sind. Vielleicht sind sie in Wahrheit die intelligente irdische Spezies.

Julia und die seltsame Poesie einer Maschine

Im schmucken Hodlersaal des hannoverschen Rathauses tönt aus einer Ecke das Klappern einer Schreibmaschine. Während einer Vorstellung alternativer Stadtentwicklungskonzepte sitzt da die „Rasende Poetin“ Julia Sander und schreibt ihre Poesie live zum Geschehen auf einer Schreibmaschine. In Zeiten von Computer und Smartphone wirkt das wie ein Anachronismus. Trotzdem bin ich hellauf begeistert. Warum? Was ist schon besonders an einer Schreibmaschine? Ein kleiner historische Rückblick macht das deutlich:

Schreibkontor

Diese bemerkenswerte Zeichnung zeigt den Beginn einer neuen Epoche. Zu sehen ist ein Schreibkontor des 19. Jahrhunderts, ein Vorläufer unserer Büros. Rechts im Bild sitzen zwei Schreiber oder Commis. Schreiber war ein Lehrberuf, den nur Männer ausüben durften. Sie waren darin ausgebildet, eine überindividuelle Schrift zu schreiben, denn sie fertigten allen Briefverkehr und alle Verwaltungsdokumente aus. Die Schriftstücke mussten demgemäß immer klar lesbar sein. Gelernt wurden die Schriften nach Vorlagen, die im Kupferstichverfahren gefertigt und gedruckt waren. Angestrebt war, genau wie die Vorlagen zu schreiben. Wer das konnte, schrieb „wie gestochen.“ Das Ergebnis war anders als heutige Handschriften eine von individuellen Elementen gereinigte, beinah „technische“ Schrift.

Die beiden Schreiber sitzen auf Schemeln und lehnen sich an ihre Schreibpulte. Offenbar haben sie nichts zu tun, denn die Schreibarbeit erledigt eine junge Frau auf einer Schreibmaschine. Sie wirkt ganz unpassend gekleidet, als hätte sie eigentlich ausgehen wollen und wäre von der Straße weg mal eben ins Schreibkontor gekommen. Ein kleiner Junge steht vor ihr und schaut ihr traurig zu. Die Schreiber blicken skeptisch, sehen sich und ihren Berufsstand nicht durch diese lächerliche Maschine bedroht, erst recht nicht durch eine Frau. Nur der Junge scheint zu begreifen, dass Mutter sich unwiderruflich vom häuslichen Bereich der Berufswelt zugewandt hat.

Rechts im Hintergrund an der Wand hängt ein Kalender. Er zeigt den September 1873. Zu dieser Zeit, vor genau 137 Jahren, begann die Emanzipation der Frau. Die Schreibmaschine eröffnete der Frau den Weg ins Berufsleben. In einem Regierungsbericht von 1908 heißt es, die Arbeitgeber würden weibliche Arbeitskräfte wegen ihrer “größeren Wohlfeilheit und Willigkeit” bevorzugen. Frauen geben sich nicht nur mit geringerer Entlohnung zufrieden, ihre fingerfertigen Hände kommen auch besser mit der schlecht angeordneten Tastatur zurecht als die ihrer männlichen Kollegen. Mit zunehmendem Einsatz der Schreibmaschine verdrängen die sogenannten Tippmamsells die männlichen Schreibkräfte völlig. Der Berufsstand der Schreiber verschwindet.

Die größere „Willigkeit“ ermöglicht auch das geschwinde 10-Finger-Blindschreiben. Es konnte nur durch stumpfsinnigen Drill eingeübt werden. Heerscharen von Maschinenfräuleins in riesigen Schreibsälen, stumm fremde Texte schreibend, taub für die Umwelt dem Diktat aus dem Kopfhörer lauschend und blind in die Tastatur einhämmernd, das wirkt wie ein kafkaesker Alptraum. So führt denn auch lange Zeit kein Weg von der Tätigkeit einer Schreibkraft zu der einer Autorin. Eine Tippmamsell schreibt keine eigenen, sondern fremde Texte. Erst mit dem Schreibcomputer weicht die Trennung von Kopf und Hand. Trotzdem gilt das 10-Finger-System unter Gebildeten noch immer als nichtswürdig; ja die instinktive Ablehnung gegen die Universaltastatur ist groß, und viele rechnen es sich als Vorzug an, nach dem “Adler-Suchsystem” zu schreiben. Ich selbst schreibe nach dem polizeibekannten Terroristensystem: „Jede Sekunde ist mit einem Anschlag zu rechnen.“

Anders als die Tippmamsells muss auch die Rasende Poetin nicht perfekt mit der Schreibmaschine schreiben. Im Gegenteil: Ein unterschiedlicher Anschlag, Tippfehler und Überschreibungen machen den besonderen Reiz eines Schreibmaschinentextes aus, wo wir doch längst an Computertexte gewöhnt sind, aus denen alle expressiven Spuren getilgt sind.
Poetin04Poetin03Poetin02Poetin01Poesie aus der Schreibmaschine, ins Leben geklappert von Julia Sander (größer: klicken)

Julia Sander, die Rasende Poetin, hat ihre Schreibmaschine, genannt „Lisa“, von ihrer Großmutter geerbt. Mitunter findet man die Rasende Poetin mit ihrer Maschine Lisa auf Stadtfesten und Märkten, am Samstagmorgen auf dem Altstadtflohmarkt in Hannover, wo sie spontan Poesie erzeugt. Das strahlt zurück auf dieses ehemals dienende Schreibgerät, dieses geschichtsträchtige Werkzeug der Emanzipation, das durch den speziellen Gebrauch selbst wieder etwas Poetisches bekommt.

„Tröööt! Kopf hoch!“

Es regnet in den Fluss. Schon immer hat mich fasziniert, wenn es ins Wasser regnet, wenn Wasser sich selber empfängt, wenn die Wasseroberfläche unter den eintauchenden Regentropfen blubbert und wallt, wenn die Millionen und Abermillionen Tropfen das schwarz dahinströmende Wasser zum Glitzern bringen, ein Meer herbeizaubern von silbrige aufblitzenden Punkten. Das unentwegte Aufspritzen, Sprudeln und Brausen hat etwas geheimnisvoll Wollüstiges. Ich will’s nicht mehr ansehen, wende mich ab, verlasse die Dornröschenbrücke und gehe zurück in die Stadt. Bin zu betrübt, mich an der Natur zu erfreuen. Es macht mir glatt ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinem Kummer nicht genug beachte. Trübe Gedanken, und auch noch Regen. Da lasse ich den Kopf hängen, weiß es aber erst, als ich unter einer Arkade den Mann mit dem Taschentuch bemerke. Kaum sehe ich ihn aus den Augenwinkeln, wie er sich untergestellt hat und ein großes Stofftaschentuch aus der Hose zieht, bin schon vorbei, da höre ich ihn hineintrompeten.

Bitte, wenn man betrübt ist, so richtig tief betrübt, du kennst das Gefühl, dann wünscht man sich, eine Lichtgestalt käme daher und würde ihre zarte Hand auf die von Gedanken erhitzte Stirn legen, sie kühlen und besänftigen. Es muss ja keine Himmelserscheinung sein. Ein gewöhnlicher Mensch könnte das tun. Aber meine Erfahrung sagt mir, wenn man just eine solche Lichtgestalt sich wünscht, wenn man sie wirklich gut gebrauchen könnte, dann kommt sie nicht, ist irgendwo anders beschäftigt.

Deshalb will ich mich nicht beklagen über den Mann mit dem Taschentuch. Er ist mehr, als ich erwarten kann. Wie er nämlich schon in meinem Rücken zweimal kräftig ins Taschentuch prustet, da hört sich das doch verdammt noch mal an wie: „Kopf hoch!“ Ich drehe mich um, in der Hoffnung, er hätte es gesagt, aber seine Nase steckt noch immer tief im Taschentuch.

Ein unerwartetes „Kopf hoch!“, denke ich, ist schon eine echte Aufmunterung. Aber muss es denn so hässlich tönen? Muss diese dankenswerte Aufmunterung ausgerechnet aus Rotz gemacht sein? Ich erwarte ja keine Engelsstimme, aber könnte das „Kopf hoch!“ nicht wenigstens aus dem Schallloch unter seiner Nase kommen? Da kann ich ja schon froh sein, dass die Aufmunterung nicht noch weiter unten ertönt und gemacht ist aus üblen, giftigen Dünsten.

Aber selbst dann, wenn du richtig tief betrübt bist, muss du nehmen, was gerade im Angebot ist.

Kurzgeschichte: Dieser verfluchte interstellare Jetlag

Nachts um 3 Uhr bin ich hellwach, wieder mal aus der Zeit gerutscht und habe nichts Besseres zu tun, mich an den Rechner zu setzen und meine zukünftigen Erinnerungen aufzuschreiben. Wegen dieser „zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus- und einer daraus resultierenden unspezifischen Persönlichkeitsstörung werde ich heute Mittag einen Arzt aufsuchen. Da weiß ich schon, wie das zugehen wird:

Seine aparte Sprechstundenhilfe wird mich in den Wartebereich bitten. Die Sitzgruppe aus bequem aussehenden schwarzen Sesseln wird mit drei Patienten besetzt sein. Ich werde mich auf eine schwarze Ledercouch setzen. An der Wand vor mir wird ein großer Bildschirm hängen, auf dem in einer Endlosspule der Arzt so genannte Igel-Leistungen anbietet, höchst schmerzhafte Behandlungen mit Laserstrahlen, heißen Steinen, tausend Jahre alten Nadeln und dergleichen. Keiner wird in einer Zeitschrift blättern. Alle werden wie blöd Wartezimmerfernsehen schauen, weil das menschliche Auge stets und immerzu von Bewegung angezogen wird. Darum die schnellen Schnitte.

Wie zum fünften Mal der Werbeblock eines Pharma-Unternehmens kommt, in dem glückliche Menschen die Segnungen ihrer Medikamente preisen, wird eine Dame ungeduldig, steht auf und beschwert sich zischelnd bei der Sprechstundenhilfe. Wenig später kommt der Arzt, ein smarter, doch mir überaus sympathischer Orientale namens Dr. Asiz, und fragt die Dame nach ihrem Problem. Sie zischelt heftiger. Dr. Asiz neigt ein Weilchen sein Ohr, dann deutet er mit großer Geste auf mich und sagt: „Sehen Sie diesen Herrn? Ein hochrangiger Politiker! Trotzdem wartet er geduldig und käme niemals auf die Idee, sich zu beschweren!“
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Kurzgeschichte: Wo Schuhe nicht gehen …

An einer Ecke meines Universums hat ein Café eröffnet. Man hat dort früher Schuhe verkauft, bzw. nicht verkauft, denn an dieser Ecke des Universums war die Idee, neue Schuhe zu kaufen, offenbar nicht bekannt. Man hängte verlockende Schilder in die Fenster, versprach Preisnachlässe und Reduzierungen, klebte sich mit riesigen Prozentzeichen die Fensterscheiben zu; nichts davon half – von dieser Ecke bis zum Andromeda-Nebel gab es seit Jahren keinen Bedarf mehr für Schuhe. So wirkte die Ecke immer ein wenig vernachlässigt, zumal während der Öffnungszeiten kein Licht mehr gemacht wurde, und mich dauerten die Wesen, die in der finsteren Höhle Schuhe feilbieten mussten, so ohne alle Hoffnung.

Auch der Schuster einige Häuser weiter wird wohl bald aufgeben, nachdem seine letzte verzweifelte Werbeaktion „Feiern Sie mit uns Oktoberfest“ gescheitert ist:

Wer drei Paar Schuhe zur Reparatur gibt, erhält bei Abholung eine Flasche Paulaner gratis dazu!

Es war raffiniert durchdacht, die Flaschen nur bei Abholung herauszugeben, denn sonst hätte ja zum Beispiel ein Schlitzohr von Beteigeuze einfach einen Haufen alter Schuhe hinbringen können und sich auf Kosten des Schuhmachers mit Paulaner Weißbier abfüllen, bis die Schwarte kracht, weit über das Ende des Oktoberfestes hinaus.

Indem jedoch der Schuster den Missbrauch seines Werbeversprechens durch kluge Überlegung ausgeschlossen hatte, sah ich auch niemals jemanden mit Schuhen unterm Arm in den Laden gehen, geschweige mit einer Flasche Weißbier herauskommen. Trotzdem musste der Schuhmacher natürlich einige Flaschen auf Vorrat gelegt haben, denn würde sich doch ein Humanoide mitsamt drei Paaren defekter Schuhe in diesen Raumsektor verirren und auf die Reparatur warten, könnte er die Flaschen verlangen. Anderenfalls könnte er den Schuhmacher der unlauteren Werbung bezichtigen. Der Schuster wiederum könnte sich nicht darauf verlassen, dass die interstellare Ordnungsmacht nur geringes Interesse an der Ahndung unlauterer Werbestrategien hat, nur weil in diesem Raumsektor bekanntlich weder Bedarf an neuen Schuhen, noch an Schuhreparaturen besteht.

Die Vorstellung der verschiedenen Phasen dieser Aktion rührt mich zu Tränen:

1) Der Schumacher stellt fest, was er lange verdrängt hat; sein Geschäft läuft schlecht.
2) Er betrinkt sich mit Paulaner Weißbier.
3) Der Rausch gebiert eine Idee.
4) Unter sorgenvollem Kopfweh wird die Strategie bedacht.
5) Ernüchterung beim Schreiben des Werbeschildes. Die Sorge vor Schlechtigkeit der potentiellen Kundschaft führt ihm den Filzstift und verwässert die tolle Werbeidee.
6) Er kauft einen Kasten Paulaner Weißbier und trägt ihn in den Laden.
7) Die Flaschen verstauben.
8) In den Äonen voller Langeweile leert er die Flaschen selbst.
9) Erneutes Kopfweh und die Erkenntnis, dass Probleme sich nicht ersäufen lassen: Sie schwimmen immer oben, besonders, wenn man in diesem Sektor des Universums Schuhe reparieren will.

Es hat also an einer Ecke meines Universums ein Café eröffnet. Lange Zeit hat man in den Räumlichkeiten vergeblich Schuhe zu verkaufen versucht. Doch in dieser Ecke des Universums ist weder mit neuen noch mit defekten Schuhen Geld zu verdienen, wie man spätestens nach der gescheiterten Weißbieraktion des Schuhmachers weiß.

Wie seltsam bin ich als Mensch. Die versunkenen Schuhhoffnungen, das vergebliche Schildermalen, die Tränen der Entbehrung, vergossenes Weißbier in der Nachbarschaft, – das alles hinderte mich heute morgen nicht daran, mich von frischen Bäckereifachverkäuferinnen bedienen zu lassen, auf einem bequemen Stuhl an einem mit verstreuten Kaffeebohnen hübsch dekorierten Tisch zu sitzen, einen Kaffee zu trinken, in ein belegtes Brötchen zu beißen und mit Wohlgefallen auf den gelungenen Umbau der ehedem trostlosen Schuhecke zu schauen.