Bürogymnastik in der Teestübchen-Redaktion

fitnessbeauftragteHerrje, was war das heute Morgen wieder für ein Gedöns in der Redaktion. Volontär Hanno P. Schmock, Frau Kirchheim-Unterstadt und Frau Erlenberg sollten Frühsport nach einem Animationsvideo im Internet machen. Und der Vorturner wurde ihnen angekündigt als Stefan Raab. Aber dann wars im Video ein drahtiger Typ, der etwas mit einem schwarzen Theraband vorführte. Das war an der Wand befestigt, er stützte die Füße an die Wand und hielt sich mit dem Theraband in der Schwebe. Frau Kirchheim-Unterstadt und Frau Erlenberg waren offenbar enttäuscht, dass sie nicht vom beliebten TV-Moderator Stefan Raab animiert wurden. Mit den Worten „Bürogymnastik geht anders!“ gab sich Frau Kirchheim-Unterstadt überhaupt keine Mühe. Schreibkraft Frau Erlenberg ließ sich anstecken, und die beiden hingen bald durch wie, mit Verlaub, nasse Säcke, aber Volontär Schmock strengte sich an und es gelang ihm, auf der Wand zu stehen. Er wusste nämlich, dass dieser Stefan Raab nicht der vermeintlich Falsche war, sondern lange Zeit in München der Leiter Advertising beim Bauer Verlag gewesen war. Schmock kannte ihn vom Sehen, weil Raab der Chef seiner Exfreundin gewesen, die jetzt, nachdem Raab beim Verlag gekündigt hatte, zur stellvertretenden Leiterin der Anzeigenabteilung aufgestiegen war. Da wollte Volontär Schmock sich nicht blamieren, obwohl ihm klar sein musste, dass Raab ihn überhaupt nicht sehen könnte. Aber wer weiß das schon. Vielleicht waren die Computer-Bildschirme in der Redaktion längst gegen Zweiwegschirme ausgetauscht worden und sendeten alles ins Internet, mindestens aber in die Chefetage, wo Chefredakteur Trittenheim ein strenges Auge auf den Fitnesszustand seiner Mitarbeiter hatte.

Lange duldete er jedenfalls nicht, dass Frau Kirchheim-Unterstadt und Frau Erlenberg faul am Boden lagen und überhaupt nichts für ihre Fitness taten. Plötzlich stand er in der Tür und knurrte: „Wird heute vielleicht noch was gearbeitet?“
„In Vorbereitung, Chef“, beeilte sich Schmock zu versichern, stand stramm auf der Wand und versuchte sogar zu salutieren, “den Artikel heben wir heute noch ins Blatt.“
„Na, dann bin ich gespannt“, sagte der Trittenheim zweifelnd, „wie Sie auf der Wand stehen, wird das wohl ein Text über Wackelpudding.“

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6 Kommentare zu “Bürogymnastik in der Teestübchen-Redaktion

  1. Dieser Trittenheim schein ein Überwachungsfanatiker zu sein. Bürogymnastik mit der Kaffeetasse ist übrigens eine Sportart, die mir durchaus zusagt. Aber nicht in der verweichlichten Form mit Zucker und Milch, schon knallhart, dann kann man anschließend sagen: Ich hab den schwarzen Kaffee in Bürogymnastik.

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