Herr und Frau Tschechow beehren sich einzuladen

Über die Schreibweise der Familiennamen

Johannes Gutenberg gilt allgemein als Erfinder des Buchdrucks. Erstmals urkundlich erwähnt ist er vermutlich in den Matrikelbüchern der Universität Erfurt zu seiner Immatrikulation im Sommersemester 1418 als Johannes de Alta Villa (Eltville). 50 Jahre später, im Jahr 1468 stirbt Gutenberg. Sein Tod ist unter dem Namen Henne Gensfleisch verzeichnet. Ihn trotz abweichender Namen jeweils in den Akten des 15. Jahrhunderts aufgespürt zu haben, ist eine Glanzleistung der Gutenbergforschung, einem Zweig der Geschichtswissenschaft.

Der englische Gelehrte Dr. Crown schrieb in den verschiedenen Büchern, die er in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts herausgab, seinen Namen verschieden als Cron, Croon, Croun, Crone, Croone, Croune. Auch Lawrence von Arabien mochte seinem Verleger nicht den Gefallen tun, seinen Namen einheitlich zu schreiben: „Ich schreibe meine Namen beliebig, um zu zeigen, welcher Unsinn alle Systeme sind.” (nach Ignace Gelb)

Die Schreibweise der Familiennamen unterliegt nicht allgemeinen Orthographieregeln, sondern folgt nach gutem altem Recht der willkürlichen Schreibpraxis der Familientradition. Feste Regeln hätten eine weit geringere Zahl verschiedener Familiennamen zugelassen als wir heute haben. Die abweichenden Schreibweisen entspringen dem berechtigten Wunsch der Familien, sich voneinander abzugrenzen und keinen Jedermannsnamen zu tragen.
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